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Divine Word MissionariesPeace and Justice Issues |
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Contents▪ Leben und Hoffnung säen
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Leben und Hoffnung säen
InhaltsübersichtDie Menschenrechte fördern:
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Jeder Mensch
wurde nach Gottes |
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Das heißt, wenn die
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“Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.”
Erklärung über die Menschenrechte Artikel 1
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Haben Sie jemals daran gedacht, warum Gott am Anfang einen einzigen Menschen schuf? |
Er hätte tatsächlich eine Menge Leute gleichzeitig schaffen können! |
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Ich werde es Ihnen erklären: Wer ein einziges Menschenleben zerstört hätte. Und wer auch nur ein |
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einziges Menschenleben rettet, |
Die Dynamik des Schatzes
Ohne dass es die Gruppe bemerkt, decken wir einen Spiegel mit einem Tuch ab und stellen ihn der Gruppe als einen großen Schatz vor, den es zu entdecken gilt. Ein/e Freiwillige/r soll das Tuch abnehmen und sich im Spiegel betrachten. Was fühlt er/sie, als er/sie den Schatz entdeckt? Überraschung, Gefallen … oder aber Enttäuschung, weil er/sie nur sein/ihr eigenes Spiegelbild gefunden hat, statt des erwarteten “Schatzes”?
UNTERHALTEN WIR UNS
Sprechen wir paarweise 10 Minuten miteinander. Versuchen wir dabei, einige der besten Eigenschaften des anderen herauszufinden. Stellen wir danach den anderen in der Gruppe vor und teilen diese Eigenschaften mit.
Lassen Sie uns über folgendes nachdenken: Hat man uns beigebracht, uns selbst zu schätzen? Welche Botschaft haben wir darüber zu Hause, in der Schule oder bei der Arbeit empfangen?
Durch welche Verhaltensformen könnten wir in der Familie, in der Schule, bei der Arbeit oder in unserer Gruppe gegenseitig Respekt und Achtung zeigen?
ZUM
MENSCHEN GEHÖREN RECHTE UND PFLICHTEN
Jeder von uns ist ein Mensch, das heißt eine Natur, die mit Intelligenz und freiem Willen ausgestattet ist. Aus eben dieser Natur entspringen gleichzeitig Rechte und Pflichten, die universell, unverletzlich und deshalb auch absolut unveräußerlich sind. Wenn wir die Würde der menschlichen Person im Lichte der offenbarten Wahrheiten betrachten, so müssen wir diese noch viel mehr schätzen, da der Mensch durch das Blut Christi erlöst worden ist. Die Gnade hat ihn in Gottes Sohn und Freund verwandelt und ihn zum Erben des ewigen Ruhmes gemacht.
Johannes XXIII
Pacem in Terris, 4
Steffie: Mal sehen, ob ich es Dir mit meinen eigenen Worten sagen kann: in erster Linie sagt er uns, dass wir Menschen sind, mit der Fähigkeit zu denken und Entscheidungen zu treffen, also sind wir frei.
Thomas Nun, bis hierhin verstehe ich…
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Steffie, ich verstehe überhaupt nicht, was hier Papst Johannes sagen will! |
Steffie: Da wir frei sind zu handeln, müssen wir gleichzeitig Pflichten und Rechte haben. Warum? Sehr einfach! Meine Freiheit existiert nur im Hinblick auf die Freiheit der anderen; niemand ist alleine auf der Welt. Wenn ich die Freiheit richtig verwenden will, werde ich sie mit Verantwortung gegenüber den anderen Menschen verwenden müssen; hier entstehen meine Pflichten. Doch da ich auch ein Mensch bin, der von den anderen geachtet werden will, habe ich ebenso auch meine Rechte. Sowohl Pflichten als auch Rechte sind für alle gültig; niemand kann ihnen ihre Gültigkeit nehmen.
Thomas So ist das also?
Steffie: Wie sonst? Die Sache geht noch weiter. Schau mal: man muss berücksichtigen, dass wir im Lichte des Glaubens nicht nur intelligente, freie Menschen sind, sondern auch Töchter und Söhne Gottes, die durch das Blut Jesu Christi erlöst worden sind. Das macht uns zu Erben des Ruhmes Gottes. Unsere Würde hat also keine Grenzen!
Gen 1, 27: Gott schuf den Menschen als sein Abbild, als Gottes Abbild schuf er ihn. Mann und Frau schuf er sie.
Gott ist unsichtbar, doch er gewährt dem Menschen eine so
große Würde, dass er ihn zu seinem Vertreter in der Schöpfung
macht. Diese Würde ist für Männer und Frauen gleich. Indem
wir das göttliche Bild in jedem Menschen ehren, legen wir
den bestmöglichen soliden Grundstein für die
Menschenrechte, denn es verwandelt jegliches menschliche
Leben in etwas Heiliges/Geweihtes (Mt 25, 40. 45).
Lev 19, 32: Du sollst vor grauem Haar aufstehen, das Ansehen eines Greises ehren und deinen Gott fürchten. Ich bin der Herr.
Für Israel war der Glaube etwas sehr Konkretes, etwas, was sogar durch die bescheidene Geste gelebt wurde, einem alten Menschen Reverenz oder Respekt zu zeigen. Hier ist der Sinn des Respekts vor der Würde eines Menschen (Ex 22, 20-22) zu erkennen. Im Buch Levitikus können wir lesen: Du wirst niemals einen Stummen verdammen, noch einen Blinden zum Stolpern bringen, sondern deinen Gott, Jahwe, fürchten.
Ps 8, 4-7: Seh ich den Himmel das Werk deiner Finger, Mond und Sterne, die Du befestigt: was ist der Mensch, dass Du an ihn denkst, des Menschen Kind, dass Du dich seiner annimmst? Nur wenig geringer als Gott schufst Du ihn; mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt. Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk Deiner Hände; hast ihm alles zu Füßen gelegt.
Der Psalmenschreiber denkt hier über die Größe des Menschen nach: seine Würde ist so groß, dass der Schöpfer des ganzen Universums auf ihn aufpasst (Sir 16, 17-23; 17, 15. 19-21) und ihm die Werke seiner Schöpfung übergibt.
Sir 17, 1-14: …Gott erfüllte die Menschen mit Weisheit und Intelligenz, lehrte sie das Gute und das Böse. Er setzte in ihren Geist sein eigenes inneres Auge ein, damit sie die Größe seiner Werke erkennen konnten. Sie werden seinen heiligen Namen preisen und von den Großartigkeiten seiner Schöpfung berichten (7-10).
In diesem Kapitel des Buches Jesus Sirach denkt der Autor besonders über Gen 1, 26-30 nach und beschreibt, wie Gott den Menschen mit einer Macht ähnlich der seinen ausstattete und ihn nach seinem Ebenbild schuf: er ließ alle Lebewesen Furcht vor ihm haben (3-4) … Diese ganze Passage des Buches ist ein Loblied auf die Würde des Menschen: die Frau und der Mann sind mit Intelligenz ausgestattet, sind in der Lage, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, sich über die Werke Gottes erstaunt zu wundern und seine Gebote zu empfangen. Daher überwacht Gott seine Wege und bedeckt sie mit seiner unendlichen Barmherzigkeit: Alle Werke (des Menschen) stehen vor Ihm wie die Sonne… alle seine Sünden sind in seiner Sichtweite. Der Herr, der gut ist und seine Schöpfung kennt, verstößt sie nicht noch verlässt Er sie, sondern vergibt ihnen (19-21).
Joh 1, 14:Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt…
Indem Er unsere Fleischlichkeit annimmt, erhält jeder Mensch eine neue Würde in Christus. Das Zweite Vatikanische Konzil sagt: “Der Sohn Gottes ist mit seiner Fleischwerdung in gewissem Sinne mit jedem Menschen eins geworden. Er arbeitete mit menschlichen Händen, dachte mit menschlicher Intelligenz, liebte mit menschlichem Herzen. Geboren von der Jungfrau Maria, wurde er wirklich einer von uns, in allem uns ähnlich, außer der Sünde” (GS 22). (Röm 8, 14-17)
Das Haupthindernis zur Anerkennung und Verteidigung
der Menschenrechte.
„So spricht der Herr gegen die Propheten,
Sie verführen mein Volk:
Wenn sie etwas zu beißen haben,
Verkünden sie Frieden,
Wer ihnen aber nichts in den Mund steckt,
Dem sagen sie den heiligen Krieg an
Ich dagegen, ich bin voller Mut,
Voll vom Geist des Herrn,
Voll Eifer für das Recht und voll Mut,
Jakob seine Vergehen vorzuhalten,
Und Israel seine Sünden.”
Micha 3, 5. 8
Pater Esteban
schteibt an seine Gemeinde...
Pater Esteban ist ein 43jähriger Priester aus Nicaragua und lebt schon seit 12 Jahren in der Bergregion von Musayamba. Seine Pfarrei war Kriegsgebiet und zurzeit halten sich dort eine Unzahl von Banden auf. Er führt seine Mission unter sehr schwierigen Bedingungen durch.
„Ich schreibe Euch besorgt, wegen der herrschenden Gewalttätigkeit, die unsere Gemeinschaften erleiden. Täglich sind hier in Musayamba Nachrichten von Entführungen, Raub und Mord zu vernehmen, die nicht einmal in den nationalen Medien veröffentlicht werden, wegen der Abgeschiedenheit, in der wir leben… Wir sind praktisch alleine, die Armee und die Polizei schreiten kaum ein, um diese schrecklichen Verbrechen zu bremsen; auch die Gerichte stehen uns nicht bei, denn nicht einmal in den Fällen, in denen die Verbrechen nachgewiesen wurden, wird das Gesetz angewandt, wegen der Korruption.
Als
ich gestern ein Dorf besuchte, sahen wir im Tal des
Coloradoflusses den Leichnam eines brutal erstochenen jungen
Mannes. Es war der kleine Carlitos Porras, der sympathische
Junge, der mit seiner Gitarre die Wortgottesdienste in einem
der Bergdörfer begleitete! Ich weinte, während wir seinen
entstellten und zerfleischten Körper bargen, der in den
Schlamm geworfen worden war. Er war feige von Mitgliedern
der Bande von El Chele ermordet worden, wie sich später
herausstellen sollte.
Inmitten des Weinens und Klagens seiner Familie fühlte ich mich –ich muss es ehrlich anerkennen- niedergeschmettert… Ich fand keine Worte, um mich oder sie zu trösten. Ich schrie dann in meinem Innern zu Gott: “Herr, so tu doch etwas! Breite Deine Hand aus und vergiss die Demütigen nicht. Wie kannst Du es zulassen, dass der Ungerechte Dich verachtet und denken kann: Wird mich Gott nicht zur Rechenschaft ziehen? Doch Du siehst alles, Du siehst die Folter und Unterdrückung und vergisst sie nicht. Der Arme vertraut Dir, denn Du schützt den Waisen.” (Ps 10, 12-14) Dieses Gebet gab mir Erleichterung und Kraft, um zur Gemeinschaft zu sprechen.
Wir hielten eine ergreifende Messe voller Zeugnisse der Zuneigung zu Carlitos… Während ich im Geiste noch seinen Leichnam sehe, frage ich mich, ob sein so kurzes Leben erneut unter uns aufblühen wird in Form von Zeugen des Dienens oder Engagements. Oder werden wir durch unsere Gleichgültigkeit die Wege des Mörders begünstigen?
Jedes
Mal, wenn wir uns in der Pfarrei versammeln, erfahre
ich von Überfällen auf den Straßen und Wegen oder von
Vergewaltigungen der Frauen. Wir können nicht weiter
zulassen, dass vierzig organisierte Kriminelle vierhundert
verstreut lebende Familien in Angst und Schrecken versetzen!
Ihr erinnert Euch bestimmt noch gut daran, wie während des
Krieges der Diakon Estanislao Pérez hier in der Pfarrei entführt
wurde und wir uns alle zusammen taten. So erreichten wir,
dass seine Entführer ihn frei ließen. Ich selber führte diese
Aktionen trotz aller Drohungen an.
Kein Schurke kann ohne die Hilfe der Landarbeiter überleben; er braucht Information, Essen, Schutz… Die Zeit ist gekommen, die Angst zu überwinden, die uns an Händen und Füßen gefesselt hält! Tun wir uns zusammen und organisieren uns, um den Terror zu besiegen!
Uns in diesem Augenblick von der Angst besiegen zu lassen, ist eine Sünde gegen den Glauben. Wie viele von uns werden durch ihre Feigheit, Gleichgültigkeit oder Mitwissen dazu beitragen, dass diese Situation des Todes weiter bestehen bleibt? In Gottes Gegenwart klage ich mich selbst an, bisher vor der Kirche nicht bekannt gegeben zu haben, was unter uns vorgeht! Wann wird der Tag kommen, da unsere ganze Kirche reagiert, wenn der Kleinste ihrer Mitglieder bedroht wird? Nur dann werden wir uns wirklich Jesu Kirche nennen dürfen!
In unserer Pfarrei gibt es ein Netz von 53 Gemeinschaften mit ihren jeweiligen Verantwortlichen. Wenn wir alle jedes Mal wie ein Körper reagieren, wenn die Banden einem unserer Nachbarn oder Familienangehörigen Leid zufügen, wird sich gewiss alles ändern.
Ich hoffe, Ihr lest diesen Brief in Euren Kapellen am kommenden Sonntag. Wenn wir uns wieder sehen, bringt bitte konkrete Vorschläge mit, was wir als Kirche tun können.
Es grüßt Euch alle herzlich im Herrn,
Esteban Acevedo, Pfarrer
Sollte die Polizei zufällig einen Räuber verhaften, dann traut sich niemand, ihn vor dem Richter anzuzeigen. Es sind manchmal die Räuber selbst. Die sich als Verteidiger der Menschenrechte darstellen und die Befreiung ihrer Komplizen fordern, weil man nicht schafft, sie vor den Richter zu bringen! |
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Worin besteht wohl die
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UNTERHALTEN WIR UNS
Gibt es bei uns Situationen wie bei den Gemeinschaften von Pater Esteban? Was halten wir von seinem Vorschlag? Scheint er uns realistisch?
Was können wir angesichts der Gewalt tun? Haben wir konkrete Vorschläge?
Was will uns der Seelsorger damit sagen, dass sich von der Angst besiegen zu lassen eine Sünde gegen den Glauben ist? Sind wir damit einverstanden? (Siehe Mk 4, 40)
Lassen Sie uns folgenden Satz kommentieren: „Erst an dem Tag, da unsere ganze Kirche reagiert, wenn der Kleinste ihrer Mitglieder bedroht wird, werden wir uns wirklich Jesu Kirche nennen dürfen… Was halten Sie davon? Drücken Sie in der Gruppe Ihre Meinung aus und vergleichen Sie mit Mt 25, 40 und 45.
Meditieren wir: Ps 43 (42)

Bibeltexte, um über die Angst nachzudenken:
Joh 7, 11-13: Aber niemand redete öffentlich über ihn, denn man fürchtete sich vor den Juden (13)…
Das Paschafest wird gefeiert und Jesus geht unbemerkt nach Jerusalem, wo er sich unter die Menschenmenge mischt, um nicht von den Machthabern bemerkt zu werden, die ihn verfolgen, um ihn zu töten. Die Leute werden mit Geringschätzung gefragt, ob sie diesen Mann gesehen haben. Daher sprachen alle mit leiser Stimme über ihn. Die Meinungen über Jesus waren gegensätzlich. Die einen sagten: “Er ist ein guter Mensch.” Andere sagten: “Nein, er führt das Volk in die Irre.” Doch niemand redete öffentlich über ihn, denn man fürchtete sich vor den Juden.
Joh 9, 17-22: Das sagten die Eltern (des blind Geborenen, der von Jesus geheilt worden war), weil sie sich vor den Juden fürchteten, denn die Juden hatten schon beschlossen, jeden, der Jesus als Christus bekenne, aus ihren Gemeinschaften auszustoßen.
Erneut macht es Angst, Jesus anzuerkennen. Denn das ist riskant. Daher vermeiden es die Eltern des blind Geborenen, eine direkte Antwort auf die nachhaltigen Fragen der Pharisäer zu erteilen.
Joh 12, 42: Dennoch kamen sogar von den führenden Männern viele zum Glauben an ihn; aber wegen der Pharisäer bekannten sie es nicht offen, um nicht aus der Synagoge ausgestoßen zu werden.
Joh 19, 38: Danach (nach der Kreuzigung) sprach Josef aus Arimatea bei Pilatus vor. Er war ein Jünger Jesu, aber aus Furcht vor den Juden nur heimlich.
Joh 20, 19: Am Abend dieses ersten Tages der Woche (an dem der Auferstandene Maria von Magdala erschienen war), hatten die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen…
Angesichts des Schreckens der Kreuzigung fürchten sich die Jünger; sie sperren sich völlig niedergeschlagen in ein Haus ein.
Apg 4, 13: Als sie (die Führer, Ältesten und Schriftgelehrten) den Freimut des Petrus und des Johannes sahen und merkten, dass es ungelehrte und einfache Leute waren, wunderten sie sich. Sie erkannten sie als Jünger Jesu…
Die neue Haltung der Jünger überrascht: statt weiterhin, vor Angst gelähmt, eingesperrt zu verweilen, gehen sie auf die Straßen Jerusalems und sogar in den Tempel, um die Auferstehung Christi und seine Botschaft zu verkünden und offen die jüdischen Machthaber herauszufordern. Was ist passiert? Woher kommt so viel Mut? Sie haben die Gabe vom Heiligen Geist empfangen, der ihnen Kraft einflößt, um sich den Gefahren zu stellen und ihre Ängste zu überwinden. Doch trauen sie sich selber nicht, sondern flehen demütig Gott um die Gabe des Mutes an: Jetzt, Herr, sieh auf ihre Drohungen und gib deinen Knechten die Kraft, mit allem Freimut dein Wort zu verkünden (Apg 4, 29).
Apg 5, 28-29: Der Hohepriester verhörte sie (die Apostel) und sagte: Wir haben euch streng verboten, in diesem Namen zu lehren; ihr aber habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt; ihr wollt das Blut dieses Menschen über uns bringen. Petrus und die Apostel antworteten: “Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.”
Da ist ein Armer, der schrie und Gott erhörte ihn
Er half ihm aus all seinen Nöten.
Psalm 34 (33), 7
Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir,
Hab keine Angst, denn ich bin dein Gott,
Ich gebe dir Kraft, ja, ich mache Dich stark
Mit meiner hilfreichen Rechten werde ich dich halten.
Jesaias 41, 10
| Mein Gott, erbarme
dich meiner, Denn Menschen stellen mir nach; Den ganzen Tag bedrängen mich meiner Feinde. An dem Tag, da ich mich fürchten muss Setze ich auf Dich mein Vertrauen. Ps 56 (55), 2.4 |
UNTERHALTEN WIR UNS
Vergleichen wir die Lage des Psalmschreibers mit der der Gemeinschaften der Landarbeiter, die sich in Situationen von Gewalt befinden: welche Verse würden sie auswählen, um unsere eigene Situation auszudrücken?
Welche Gefühle teilt der Psalmschreiber Gott mit? Lassen Sie uns behutsam seine Gefühle analysieren und schreiben wir sie auf.
Werden auch wir in der Lage sein, mit der gleichen Kraft wie der Psalmschreiber zu beten? Lassen Sie uns versuchen, unseren eigenen Psalm zu schreiben, und berücksichtigen wir dabei, was wir zurzeit tatsächlich in unseren Gemeinschaften erleben.
| Seht
mal! Ihr könnt auch folgende Psalmen in Eurer Gemeinschaft verwenden… |
Meditieren wir: Mk 4, 35-41: Jes 41, 8-16, Eph 6, 10-19.
Ps 3: während der Verfolgung Gott anrufen…
Ps 7, 2-10: Ps 10 (9), 1-18: Ps 13 (12): Ps 42 (41), 9-12: Ps 43 (42): Ps 53 (52): Ps 55 (54): Ps 57 (56): Ps 59 (58):
Bringen wir vor Gott zum Ausdruck, was wir gerade erleben…
An einem freien Nachmittag besuchte Walter seine Nachbarin Heike und sie unterhielten sich über die Psalmen… Sie waren besorgt über die Gewalt, die ihre Gemeinden bedrückt. Beide sind Mitglieder des Pfarrgemeinderats.
Walter: Du wirst mir doch bestimmt glauben, wenn ich dir sage, dass ich niemals, aber auch wirklich niemals daran gedacht hatte, diese Psalmen zu beten, um sie dabei auf die bewaffneten Banden anzuwenden, die unseren Gemeinschaften so viel Leid zufügen?
Heike: Aber natürlich, Walter! Wir lesen die Bibel normalerweise irgendwo über den Wolken! Ehrlich gesagt bekam ich sogar Angst, als ich dies feststellte, denn für die Leute bedeutet das Politik! Ist Dir aufgefallen, dass sich in unseren Gebeten kaum die Wirklichkeit widerspiegelt, in der wir leben? Viele Leute singen lieber ihre Lieder, während Diebe oder Übeltäter alle die Gemeinschaft in Schrecken versetzen. Manchmal lassen sich die bewaffneten Männer gar mit ihren Gewehren in den Kapellen blicken, während die armen Menschen weiter klatschen und singen, ohne mit der Wimper zu zucken.
Walter:
Aber Heike, mit Liedern klatschend zu feiern ist etwas
sehr Fröhliches! Die Gemeinschaft wird motiviert und alle
machen mit. Was soll denn daran Schlechtes sein? Also ich
finde das eher positiv. Doch vielleicht hast du in der anderen
Angelegenheit recht: Fliehen wir nicht vielleicht vor der
Wirklichkeit, indem wir so feiern? Die Bibel verschließt die
Augen nie vor der Wirklichkeit, wie Konflikt geladen sie
auch ist. Hör mal zum Beispiel folgenden Text: “Er lauert
auf dem Felde und heimlich tötet er den Unschuldigen. Seine
Augen spähen aus nach den Armen. Er lauert im Versteck, wie
ein Löwe im Dickicht, darauf lauert, um den Armen zu fangen.
Er fängt den Armen und zieht ihn in sein Netz. Er duckt sich
und kauert sich nieder; seine Übermacht bringt die Schwachen
zu Fall. Er sagt in seinem Herzen: Gott vergisst es; er verbirgt
sein Gesicht; er sieht es niemals.” (Ps 10, 8-11)
Heike: Donnerwetter, das hätten ja WIR schreiben können! Schau mal, was zum Beispiel letzten Samstag passierte: ein Sohn von Julia Schmitz war krank und brauchte dringend eine Operation. Der Vater ging ins Dorf, seine zwei Pferde zu verkaufen, um den Arzt zu bezahlen. Auf dem Rückweg wurde er überfallen und sogar das Hemd nahm man ihm weg… Der Sohn starb!
Walter:
Hör mal dazu folgendes: “Begreifen denn diese
Verbrecher nicht, dass sie mein Volk verschlingen. Sie essen
Gottes Brot doch seinen Namenrufen sie nicht an. Es trifft sie
Furcht und Schrecken, obwohl doch nichts zu fürchten ist.”
(Ps 53, 5-6)
Heike: Das ist ja enorm, Walter! Ich denke, die Gemeinschaften würden viel Mut fassen, wenn sie diese Psalmen hören würden… Doch einige ziehen es wohl vor, weiterhin nur in die Hände zu klatschen oder zu singen, um die Schrecken zu vergessen, die wir erleben, anstatt gegen sie anzugehen und zu Gott zu rufen angesichts so großer Gewalt.
Walter: Lieder zu singen, finde ich in Ordnung, Heike, vorausgesetzt, die Gemeinschaft ruft Gott auch mit den Psalmen an und kehrt den erlebten Schreckenstaten nicht den Rücken zu. In der Bibel hatten die Gläubigen keine Angst, vor Gott die wirkliche Situation darzustellen, die sie erlebten…
Heike:
Ja, sie stellten sogar Forderungen an ihn und stritten
mit ihm, wie z.B. Hiob! Ich glaube, sie taten es, weil sie
wussten, dass sie Kinder Gottes waren: Mit einem Vater oder
einer Mutter streitet man manchmal; danach versöhnt man sich
wieder. Ich frage mich aber, ob wir wirklich auf Gott
vertrauen… Verhalten wir uns nicht eher wie Sklaven, die
denken, Gott werde sie strafen, wenn sie ihn nicht dauernd
lobpreisen? Haben wir nicht etwa Angst vor Gott, weil wir
Ihn noch nicht kennen? Ich glaube, wenn wir Ihn ein bisschen
besser kennen würden, hätten wir mehr Vertrauen und fühlten
mehr Zuneigung zu Ihm. Deshalb meditiere ich oft mit den
Worten des Apostels Paulus: “Denn ihr habt nicht einen Geist
empfangen, der euch zu Sklaven macht, so dass ihr euch immer
noch fürchten müsstet, sondern den Geist, der uns zu Söhnen
und Töchtern macht und in dem wir stets rufen: Abba!, lieber
Vater! Der Geist selber bezeugt unserem Geist, dass wir Söhne
und Töchter Gottes sind” (Röm 8, 15-16) Glaubst Du nicht,
Walter, wenn wir dies richtig begreifen würden, so würden
auch unsere Gebete schließlich alles das zum Ausdruck
bringen, was wir erleben?
Walter:
Aber natürlich! Doch solange wir diesen Schritt nicht
tun, wer würde sich trauen so zu beten wie der Psalmschreiber?
Könntest du dir vorstellen, Heike, dass du Forderungen an
Gott stellst, weil er sich vor uns verbirgt? Ihm etwa sagen:
“Wie lange noch, Herr, vergisst du mich ganz? Wie lange noch
verbirgst du dein Gesicht vor mir? Wie lange noch muss ich
Schmerzen ertragen in meiner Seele, in meinem Herzen
Kummer, Tag für Tag? Wie lange noch darf mein Feind über
mich triumphieren? Herr, mein Gott, sieh mich an und antworte
mir. Erleuchte meine Augen, damit ich nicht entschlafe und
sterbe.” (Ps 13, 2-4)
Heike: Allerdings frage ich mich etwas, Walter: Handelt Gott etwa nicht, weil wir Ihm nicht vertrauen?
Walter: Hm, das ist allerdings eine gute Frage, Heike!
Meiner Ansicht nach antwortet Gott immer, doch
nicht unbedingt so, wie wir es gerne wünschen.
Vielleicht würden wir es vorziehen, dass Er die
Proben oder Leiden von uns fernhielte, doch Er
antwortet vielmehr, indem er uns Kraft gibt, um sie
durchzustehen, ohne uns die Schwierigkeiten zu nehmen. Wie
Jesus in Getsemaní! Denn Gott ist weiterhin Gott: Er ist der
Schöpfer und wir seine Geschöpfe. Wir können nicht nach
unserem Gutdünken über Ihn verfügen, Er aber muss ständig
über uns verfügen. Durch die Heilige Schrift wissen wir, dass
er die Ungerechtigkeit hasst und das Gute liebt… Nehmen
wir uns also vor, Ihm zu dienen, indem wir das Gute und die
Gerechtigkeit ausüben!
Heike: Aha, das ist vollkommen richtig! Bereits der Prophet Hosea bezog sich auf das, worüber wir gerade sprechen: “…die Diebe stehlen in den Häusern und die Räuber überfallen auf den Wegen. Sie bedenken nicht, dass ich all ihre Bosheit im Gedächtnis behalte. Jetzt sind ihre Werke vor mir und klagen sie an.” (Hos 7, 1)
Walter: Tatsächlich, noch nie hatte ich auf diese Worte des Propheten geachtet. Es ist genau das, was wir gerade erleben!
Heike: Glaubst du, wenn wir uns Gott in dieser Situation anvertrauen würden, gäbe es irgendeine Veränderung?
Walter: Klar doch! Indem wir Gott unseren Schmerz, unsere Furcht und unsere Hoffnung zum Ausdruck bringen, würden wir neue Kraft zum Handeln erhalten und aus dieser verzweifelten Passivität und Sprachlosigkeit herauskommen, in der wir uns befinden. Wir würden am Ende zusammen mit dem Psalmschreiber ausrufen: “Herr, Du hast die Sehnsucht der Armen gestillt, Du stärkst ihr Herz, Du hörst auf sie. Du wirst den Waisen und Unterdrückten Recht verschaffen. Kein Mensch mehr verbreitet Schrecken im Land.” (Ps 10, 17-18)
UNTERHALTEN WIR UNS
Sprechen Sie spontan über das Gespräch zwischen Walter
und Heike. Was halten Sie von ihren Überlegungen? Sind
Sie mit einem der beiden einverstanden? Könnten Sie Ihren
Standpunkt darlegen?
“In der Bibel hatten die Gläubigen keine Angst, vor Gott
die wirkliche Situation darzustellen, die sie erlebten”
Lesen wir Apg 4,23-31
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Neueste Nachrichten, neueste |
Steffie, hör doch, welche Ungerechtigkeit! Das ist eine Verletzung der Menschenrechte! Was wird jetzt bloß die Gemeinschaftvon Jerusalem machen? |
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(Apg 3, 3-11; 4,1 –3) |
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Dank Gamaliel! |
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(Apg 5,34-39) |
(Apg 4,24 – 28) |
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Nun, o Herr, sieh auf ihre Drohungen |
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(Apg 4,29) |
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Nachdem sie ihr Gebet beendet
hatten, |
| (Apg 4,31) |
Lesen wir die Apg 4, 23-31:
Welche Schritte unternahm die Gemeinschaft von Jerusalem angesichts der Verletzung der Menschenrechte?
Die Gemeinschaft versammelt sich, um für die Brüder zu beten, die verhaftet wurden.
Sie vernimmt deren Zeugnis, als sie aus dem Gefängnis kamen und nachdem sie von den Machthabern vernommen wurden.
Sie reagieren, indem sie spontan Gott anrufen. Sie lassen sich von einem Psalm inspirieren, um ihre Situation zu erleuchten.
Sie interpretieren den Psalm im Lichte der neuen Situation, die sie gerade leben.
Sie bitten Gott um Mut, um sich nicht von den Drohungen ihrer Gegner einschüchtern zu lassen sowie um weiterhin das Evangelium durch Zeichen des Lebens und der Hoffnung zu verkünden.
Die Gemeinschaft empfängt den Heiligen Geist wie zu Pfingsten und geht auf die Straße, um das Evangelium mit Aufrichtigkeit und Mut zu verkünden.
Wir wollen zusammen einen Bußakt vorbereiten…
Stellen wir uns darauf ein, unsere Reue für den Teil der Verantwortung auszudrücken, die jeder von uns gegenüber der Gewalt hat, die unsere Gemeinschaften mit Tod und Unglück überflutet.
1. Verweilen wir einige Minuten in Stille und fragen wir uns in der Gegenwart Gottes:
Habe ich an
Gewalttaten teilgenommen und dabei das Leben
anderer Menschen verletzt oder zerstört?
Herr, erbarme dich!
Habe ich ihnen
ungerechterweise ihre Güter weggenommen, durch
Raub, Drohungen, Ausbeutung oder Erpressung?
Herr, erbarme dich!
Habe ich
absichtlich dem Leben Anderer Schaden zugefügt,
mit meinen Worten, damit sie angegriffen würden?
Herr, erbarme dich!
Habe ich
beleidigende Worte ausgesprochen, die Wut und Groll
säen?
Herr, erbarme dich!
Pflege ich Hass
und Unwillen?
Herr, erbarme dich!
Habe ich die
Gewalttaten anderer zu meinem Vorteil
ausgenutzt?
Herr, erbarme dich!
War mir die
Gewalt gegenüber anderen gleichgültig?
Herr, erbarme dich!
Habe ich andere
angelogen oder betrogen, um sie auszunutzen?
Herr, erbarme dich!
Bin ich passiv
geblieben angesichts dieser Situationen und habe
ich mich von Angst oder Feigheit leiten lassen?
Herr, erbarme dich!
Habe ich andere
beleidigt?
Herr, erbarme dich!
2. Suchen wir nach Symbolen der Gewalt und des Todes und stellen diese vor der Gruppe, neben einem Kreuz, auf...
3. Beten wir gemeinsam das Vaterunser.
GEBET FÜR DIE
GRUNDRECHTE
Herr,
ich bitte Dich heute
Dass Du jedem von uns
Mut und Entscheidungskraft gibst.
Denn es gibt viel zu tun:
Würdige Wohnungen für deine vielen
Kinder,
Arbeitsstellen suchen oder schaffen.
Denn es gibt kein Brot;
Wir müssen ich weiß nicht wie viele
Lösungen suchen,
Um die Kranken zu heilen.
Wir müssen die Probleme
in Erziehung und Ausbildung lösen.
Um wie viele Sachen müsste ich dich heute bitten!
Herr, für mich selbst erbitte ich eine wichtige Sache:
Lass mich treu sein, nie müde werden,
Deinen Namen auszusprechen.
Lass mich an der Seite meines Volkes gehen,
es unterstützen, damit wir alle zusammen stehen.
Amen.
Mons. Enrique Angelelli,
Argentinischer Bischof, der ermordet wurde,
weil er für die Menschenrechte kämpfte.
Der Herr vollbringt Taten des Heiles
Recht verschafft er allen Bedrängten.
Psalm 103 (102), 6
DIE GRUNDRECHTE FÖRDERN
Jeder Mensch hat ein Recht auf Leben, auf körperliche Unversehrtheit, auf die notwendigen und ausreichenden Mittel, um ein würdiges Leben zu führen, insbesondere was Ernährung, Bekleidung, Wohnung, Freizeit, ärztliche Versorgung und notwendigen Sozialdienste anbelangt… Es reicht nicht aus, dem Menschen zum Beispiel das Anrecht auf die notwendigen Mittel zum Leben anzuerkennen, ohne aber danach zu trachten, dass ihm all diese Sachen -so weit möglichausreichend zur Verfügung stehen.
“Pacem in Terris”, 5 + 19
Johannes XXIII
Heike:
Hallo, Prophet! Wie geht’s denn so? Lange nicht
gesehen!
Amos: Ach, Heike, du hast dich lange nicht mehr sehen lassen. Darf ich wissen, woher du um diese Zeit kommst?
Heike: Nun, vom Einkaufen komme ich, Prophet. Ich habe auf dem Markt leckeres Obst gekauft. Hier, diese wunderbare Mango schenke ich Ihnen, damit Sie mal ‘was Gutes probieren…
Amos: Vielen Dank, Heike, sie sieht wirklich lecker aus. Glaubst du mir, wenn ich dir sage, dass auch ich gern auf den Markt gehe?
Heike: Tatsächlich, Prophet?
Amos:
Ja, einmal widerfuhr mir etwas wirklich Seltsames:
ich schlenderte auf dem Markt von Samaria umher, als mein
Blick plötzlich auf einen Korb voller reifer Feigen fiel; sie
sahen sehr, sehr lecker aus, so lilafarben waren sie, und ich
bekam große Lust, ein Dutzend zu kaufen. Doch als ich sie
anfasste, um sie zu begutachten, wie gut sie tatsächlich waren,
da musste ich feststellen, dass sie schon faulten… Da begriff
ich, was wirklich mit Israel passierte und wie ein Blitz überkam
mich da das Wort Gottes: Das Ende ist für mein Volk Israels
gekommen; es ist unnütz, weiter zu warten (8, 2). Doch die
Wahrheit war, dass der König und die Oberschicht Israels in
aller Ruhe und sehr zufrieden lebten! Da die Wirtschaft des
Landes funktionierte. Da sie im Luxus lebten, war ihnen die
Situation der restlichen Bevölkerung gleichgültig! Sie waren
wie jene Feigen.
HEIKE: Und was machten Sie, Prophet, angesichts dieser Situation?
AMÓS:
Nun, ich sagte den Regierenden und Mächtigen einige
Wahrheiten ins Gesicht, die sie nicht gerne hörten. Ich warf
ihnen vor, den Unschuldigen für Geld zu verkaufen und den
Bedürftigen für ein Paar Sandalen; auch dass sie die Kleinen
in den Staub treten und das Recht der Schwachen beugen (2,6-7).
Um dir ein Beispiel zu geben: die Händler waren während
der religiösen Ruhetage unruhig, so ungeduldig waren sie, weil
sie weiter handeln und die kleinen Erzeuger ausnutzen wollten!
Ich habe ihnen das im Namen Gottes eindeutig vorgeworfen:
An euch wende ich mich, ihr Ausbeuter der Armen, die ihr die
Schwachen verfolgt: Seid ihr es nicht, die sagen: Wann geht
das Fest des Neumonds vorüber oder wann ist der Sabbat zu
Ende, damit wir unseren Weizen verkaufen und unsere
Kornspeicher öffnen können, denn die Geschäfte werden so
gut gehen, dass wir sogar die
Überbleibsel verkaufen werden? Ihr
denkt nur daran, das Maß kleiner und den
Preis größer zu machen und die Gewichte
fälschen. Ihr spielt für ein wenig
Geld oder ein Paar Sandalen mit dem
Leben des Armen und Mittellosen
(8, 4-7)… Die Gleichgültigkeit der
Reichen Israels machte mich wütend; sie
lagen auf Elfenbeinbetten
oder Sofas, aßen Lämmer von der Herde
und Rinder aus Ställen und sangen dabei
leise zur Begleitung einer Harfe und, wie David,
improvisierten sie Lieder. Sie tranken Wein aus großen
Kelchen und salbten sich mit den feinsten Ölen, doch sie waren
nicht betrübt über das schwere Unglück ihres Volkes. Der
Herr ließ mich ihnen deshalb sein Urteil verkünden: Ich
verabscheue den beleidigenden Luxus von Jakob und hasse
seine Paläste; deshalb werde ich die Stadt mit all ihren
Einwohnern dem Feind übergeben (6, 4-8) (3, 9-15; 4, 1-3; 5,
10-11).
HEIKE: Das war ganz schön mutig, Prophet! Sehr mutig! Erst recht in dieser Zeit, als niemand auf Sie hörte. Sie fühlten sich so sicher, umgeben vom Luxus und den Reichtümern und mit den guten militärischen und wirtschaftlichen Bündnissen. Alles schien sehr gut für sie zu laufen! (6, 1-14; 5, 18-20; 6, 14-15).
AMOS: So ist es! Doch Gott brachte mich immer wieder dazu, in aller Deutlichkeit zu sagen: Ich will, dass das Recht strömt wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. (5, 21-24). Wieder und wieder warnte ich sie: Sucht das Gute, nicht das Böse, dann werdet ihr leben, damit Jahwe tatsächlich mit euch ist, wie ihr sagt. Hasst das Böse und liebt das Gute, setzt die Gerechtigkeit in euren Gerichtssälen durch. Vielleicht ist der Herr, der Gott der Heerscharen dem Rest Josefs dann gnädig. (5, 14-15).
HEIKE: Mich interessiert eine Kleinigkeit, Prophet: wie konnten diese Israeliten, die die Armen ausbeuteten und sie misshandelten, inmitten so vieler Ungerechtigkeiten weiterhin sagen, Gott sei mit ihnen?
AMOS:
Genau das war für mich das Unglaublichste von allem,
Heike, das Unglaublichste! Immer wenn ich versuchte, sie mit
meinen Worten aufzurütteln, kamen sie damit an, dass auch
sie Nachfahren von Abraham und Gottes ausersehenes Volk
wären. Als ob der Bund nur ein zu besitzendes Erbe wäre und
nicht eine Verantwortung, eine Aufgabe! Die
Hauptverantwortlichen dieser Haltung waren die Priester
selbst: sie hatten das Gewissen der Mächtigen beruhigt, indem
sie sie glauben machten, dass das Wesentliche für Gott ihre
Heiligtümer sowie die vielen Gebete und Opfer seien, die sie
auf ihren Altären darboten. Sie hatten sich völlig vom Schicksal
der Armen des Volkes abgewendet, nicht selten haben sie gegen
die Gerechtigkeit und das Recht verstoßen. Der Schlimmste
von all diesen blinden und rebellischen Priestern war Amasías,
der Hohepriester des großen Tempels von Bethel im religiösen
Zentrum des Landes. Zu jeder Stunde kamen dorthin der König
und die Adligen in ihren Luxuspferdewagen! Du hättest das
sehen müssen: Amasías empfing sie mit einem großen Lächeln,
denn sie brachten ihm Geld (4,4). Gott dagegen schickte mich,
ihnen in seinem Namen zu sagen: Sucht mich nicht in Bethel
(5,5), denn an dem Tag, da ich kommen werde, um euch für
die Verbrechen gegenüber Israel zur Rechenschaft zu ziehen,
werde ich mich gegen die Altäre von Bethel wenden: ich werde
die Fassaden zerstören und zugrunde gehen lassen (3,14).
HEIKE: Wie sollte denn Gott an diesem Ort sein?
AMÓS: Deswegen pflegte ich zu ihnen zu sagen: Ich hasse und verabscheue eure Feste; mir gefallen eure Versammlungen nicht. Wenn ihr mir Brandopfer darbringt, habe ich keinen Gefallen an euren Garben und eure fetten Heilsopfer will ich nicht sehen. Weg mit dem Lärm eurer Gesänge, stört mich nicht mit eurer Harfenmusik. Ich will, dass das Recht strömt wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach (5, 21-24).
HEIKE: Jetzt verstehe ich auch, warum Amasías den König bat, Sie aus seinem Reich zu vertreiben! (7, 10-13) Sie, Prophet, waren zu gefährlich für diese Leute!
UNTERHALTEN WIR UNS
Glauben Sie, dass die Botschaft des Propheten Amos etwas mit dem Thema der Menschenrechte zu tun hat? Besprechen Sie mit Ihrer Gruppe Ihren Standpunkt…
Bringen Sie das Thema der Grundrechte, also das Recht auf Nahrung, Wohnung, Gesundheit und Erziehung, mit der Botschaft von Amos in Verbindung.
Gemäß Amos und den anderen Propheten, kümmert sich Gott um die Rechte der Armen? Lesen Sie zum Beispiel Jes 1, 12-17 und Jer 22, 13-17 und erklären Sie Ihrer Gruppe Ihren Standpunkt...
Würde der Prophet Amos ähnliche Dinge wie in Samarien vorfinden, wenn er heute leben würde? Inwiefern? Wie würde wohl seine Botschaft lauten?
Meditieren wir ein paar dieser Texte:
Jes 65, 17-24; Neh 5, 1-13; Jes 9, 1-6; Jes 61, 1-3; Mi 3, 1-12; Hiob 24, 1-12; Ex 3, 1-10; Lev 19, 9-10.
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MORGEN, MEIN SOHN, WIRD ALLES ANDRES SEIN Morgen, mein Sohn, wird alles anders sein! Der Landarbeiter wird über sein Ackerland Morgen, mein Sohn, wird alles anders sein! |
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Edwin Castro |
Bibeltexte, um über die soziale Gerechtigkeit nachzudenken:
Lk 16, 19-31: Da sagte der Reiche: “Dann bitte ich dich, Vater, schicke Lazarus in das Haus meiner Verwandten, wo meine fünf Brüder sind. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen”. Abraham antwortete: “Sie haben Moses und die Propheten, auf die sollen sie hören.” (27-29)
Um die Zuhörer in ihrer Gleichgültigkeit wach zu rütteln, erzählt Jesus diese Parabel: der reiche Mann, der herrlich lebte; der arme Lazarus, voller Geschwüre, der nicht einmal ein Stückchen Brot hatte. Er erinnert an die Menschen, denen man die grundlegendsten Menschenrechte verweigert. Der Reiche hatte persönlich dem armen Lazarus nichts angetan; er war schlicht und einfach unempfindlich gegenüber dessen Leiden; er war unfähig zum Mitgefühl, zur Solidarität (Ez 16, 49). Das war seine Sünde. Jesus erinnert uns daran, dass wir die Botschaft des Moses (Dtn 15, 11) und der Propheten (Jes 58, 7) vernehmen, um sie in die Tat umzusetzen. Davon hängt endgültig der Erfolg oder das Scheitern unseres Lebens in Gottes Augen ab. Das Zweite Vatikanische Konzil fordert uns dringend dazu auf, alle Mühen aufzuwenden, damit “die wirklich monströsen wirtschaftlichen Ungleichheiten, die es heute gibt und oft noch zunehmen” (GS 66) verschwinden.
Durch diese Parabel fordert uns Jesus auf, die grundlegendsten Menschenrechte zu fördern und gibt uns zu bedenken, dass dies zu tun oder nicht das Herz selber unseres Glaubens betrifft und unsere Erlösung aufs Spiel setzt.
1 Joh 3, 15-17: Wer nicht liebt, bleibt im Tod. Wer seinen Bruder hasst, ist ein Mörder, und ihr wisst: kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt. Daran haben wir die Liebe erkannt, dass Er sein Leben für uns hingegeben hat. So müssen auch wir für die Brüder das Leben hingeben. Wenn jemand Vermögen hat und sein Herz vor dem Bruder verschließt, den er in Not sieht, wie kann Gottes Liebe in ihm verweilen?
Jak 2, 15-17: Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung und das tägliche Brot ist und einer von euch zu ihnen sagt: “Geht in Frieden, wärmt und sättigt euch”, ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen – was nützt ihnen das? So ist auch der Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat.
Diese Passage aus dem Jakobsbrief zeigt erneut, dass man nicht Christ sein kann, ohne sich dafür zu engagieren, dass alle Menschen mit Grundrechten leben können. Die fehlende Kleidung oder das mangelnde Brot sind nur ein Beispiel für unentbehrliche Bedürfnisse; die Liste könnte erweitert werden: medizinische Versorgung, Erziehung, Aufnahme, Aufmerksamkeit, usw. Den Ausdruck „was sie zum Leben brauchen”, dürfen wir nicht nur im Sinne eines Almosens verstehen; dieses Geben ist im Grunde die Bereitschaft, unsere eigenen kreativen Fähigkeiten und unsere Arbeit mit anderen zu teilen. Dann können wir nach Antworten suchen auf die Probleme, vor die uns die Armut stellt.
Dreifünftel der Menschheit auf der Erde hat nicht genug
zu Essen.
HEIKE: Es gibt etwas, Walter, was mich sehr nachdenklich macht: dass so viele Leute auf der Welt nicht einmal etwas zu essen haben! Von fünf Menschen, die auf der Erde leben, hungern drei oder sie sind unterernährt. Die Wissenschaftler schmieden gleichzeitig Pläne, um den Planeten Mars zu bevölkern… Wie ist es möglich, dass wir nicht in der Lage sind, ein so einfaches Problem zu lösen, wie der Hunger auf der Welt?
WALTER: Eine schreckliche Frage, Heike! In Nicaragua entdeckte man vor kurzem ein ganzes Dorf, in dem alle unterernährt waren. Alle!
HEIKE: Wenn du nur die Kinder in manchem Land Afrikas sehen würdest!
WALTER: Ohne ausreichende Ernährung, Heike, werden sogar die geistigen Fähigkeiten eines Menschen für immer geschädigt, denn das Gehirn leidet... Es ist so wichtig, minimale Lebensbedingungen für alle zu garantieren! Es ist eine Form, unsere eigene Menschenwürde zu garantieren.
HEIKE:
Sieh mal, Walter, für mich ist das Brot ein
Nahrungsmittel, doch auch ein Symbol für das Leben. Denn
ohne Brot gibt es kein Leben. Das gleiche trifft auch für die
anderen minimalen Lebensbedingungen zu: Eine kleine
Wohnung mit genügend Raum und Sicherheit für die ganze
Familie, wo Eltern und Kinder nicht durcheinander, sondern
ordentlich zusammen leben… Die notwendige Gesundheit und
Erziehung. Mit einem Minimum Gerechtigkeit auf der Welt
könnten wir alle über diese Grundrechte verfügen!
Das Brot, das Jesus mit der Menschenmenge teilt, ist ein zentrales Thema der Evangelien.
WALTER: Schau mal Heike, je mehr ich über das nachdenke, worüber wir uns gerade unterhalten, um so mehr kommt mir jene Stelle des Evangeliums in den Sinn, in denen Jesus der Menschenmenge zu essen gibt...
HEIKE: Du meinst die der Brotvermehrung?
(Mt 14, 13-21; Mk 6, 35-42; Lk 9, 12-17; Joh 6, 1-13)
WALTER:
Ja, diese Erzählung kommt in den vier Evangelien
vor und wird sogar ein zweites Mal in Matthäus 15, 29-39
und Markus 8, 1-10 wiederholt! Das bedeutet, das von Jesus
mit der Menschenmenge geteilte Brot ist eine zentrale
Angelegenheit für die ersten Gemeinschaften! An sechs
verschiedenen Stellen wird darüber in den Evangelien
gesprochen.
HEIKE: Es ist ein zentrales Thema für die ganz Bibel überhaupt, Walter! Denk an den Exodus, als Jahwe sein Volk mit dem Mana ernährt. Oder als die Propheten Elias (1 Kön 17, 7-16) und Eliseo (2 Kön 4, 42-44) das Brot vermehren. Zweifelsohne waren den Evangelisten diese Erzählungen aus dem Buch der Könige über Elias und Eliseo sehr gegenwärtig, als sie diese Texte schrieben.
| Jesus war Lehrer und Arzt:
er kümmerte sich um diese beiden so wichtigen Grundrechte: Gesundheit und Erziehung des Volkes. |
WALTER: Natürlich! Doch was mir auch noch interessant erscheint, Heike, ist die Tatsache, dass Jesus gleichzeitig Lehrer und Arzt war: im Laufe seines gesamten öffentlichen Lebens heilte er Kranke und lehrte das Volk (Mt 4, 23-25; Mk 1, 32-39), er kümmerte sich also um diese beiden so wichtigen Grundrechte wie Gesundheit und Erziehung. In derselben Erzählung von der Brotvermehrung stellt Matthäus den Herrn umgeben von einer großen Gruppe von kranken Menschen dar: “Da kamen viele Menschen und brachten Lahme, Krüppel, Blinde, Stumme und viele andere Kranke zu ihm; sie legten sie vor ihn hin, und er heilte sie” (Mt 15, 30).
HEIKE: Ja, es ist eine Konstante in den Evangelien: wo immer Jesus erscheint, wird er von Kranken aufgesucht, die gesund werden möchten (Lk 6, 17-19). In dieser Erzählung über die Brotvermehrung, über die wir gerade reden, hat Jesus Mitgefühl mit seinem Volk, das er wie ein Schaf ohne Hirten betrachtet…: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen” (Mt 15, 32).
WALTER: Hieran erkennt man, wie Jesus zutiefst bedauerte, dass seine Landsleute Hunger erlitten. Unter uns dagegen herrscht so viel Gleichgültigkeit gegenüber der Not anderer! Es scheint, als ob es uns gleichgültig wäre, wenn andere Hunger leiden, während wir genügend zu essen haben; oder wenn andere arbeitslos oder obdachlos sind, während wir einen Dach über dem Kopf haben.
HEIKE: Schau Walter, ich glaube, wir sollten nicht so pessimistisch sein! Unter uns gibt es auch Menschen, die solidarisch sind. Ich kenne eine Menge engagierter Leute, die dafür arbeiten, dass die Probleme gelöst werden. Ich werde dir konkrete Beispiele geben: da sind zum Beispiel all diese Organisationen, die sich für eine organische Landwirtschaft einsetzen, um die Böden zu regenerieren und die Produktion der Anbauten zu steigern, so dass wir nicht weiterhin die Natur zerstören und Hunger leiden. Oder die Frauenorganisationen, die dafür kämpfen, dass der wirkliche Wert, die Würde der Frau anerkannt werden. Es gibt auch Menschen, die mit Naturmedizin arbeiten, denn angesichts der unzureichenden medizinischen Versorgung sowie der hohen Preise der Medikamente stellt sie eine konkrete Art und Weise dar, die Gesundheit des Volks zu schützen. Wieder andere sind im Bereich der Alphabetisierung, der Unterstützung der Kleinunternehmen, der Erwachsenenbildung und auch der Selbsthilfegruppen tätig… Es gibt viele Initiativen, um die Flamme der Hoffnung inmitten unseres Volkes aufrecht zu erhalten; nein, nicht alles ist Dunkelheit!
WALTER:
Das stimmt, Heike! Du hast Recht; oft achten wir
nur auf die Schatten, weil die Lage sehr hart ist. Inmitten von
so viel Dunkelheit gibt es auch Lichter: Menschen, die Zeugnis
ablegen für jenen Gott, der sich durch Jesus kundtat, als dieser
das Brot mit der Menschenmenge teilte: der Gott des Lebens.
UNTERHALTEN WIR UNS:
“Jesus war gleichzeitig Lehrer und Arzt: im Laufe seines öffentlichen Lebens heilte er Kranke und lehrte das Volk (Mt 4, 23-25), das heißt er kümmerte sich um diese beiden so wichtigen Grundrechte Gesundheit und Erziehung”… Jesus teilte außerdem das Brot mit der hungrigen Menschenmenge. Welche Konsequenzen hat dies für unser Leben als Christen, im Hinblick auf so grundlegende Menschenrechte wie das Recht auf Ernährung, Gesundheit und Erziehung?
Welche Zeichen der Hoffnung sehen Sie in Ihrer Gemeinschaft, was die Förderung der Menschenrechte anbelangt? Ist Jesus auch weiterhin unter uns gegenwärtig, in Form von wirksamen Aktionen, die auf die dringendsten Probleme unseres Dorfes/Stadt eingehen?
Bibeltexte, um über den Gott des Lebens nachzudenken:
Mt 25, 31-46: Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht. (35-36)
Lk 1, 46-55: Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen; die hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen (52-53).
Maria greift in ihrem Loblied das gerechte Wirken Gottes zu Zeiten des Messias auf, das für die Unterdrückten ihre Menschenrechte wiederherstellt und diejenigen leer ausgehen lässt, die nicht zu teilen bereit waren.
Lk 6, 20-23: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes. Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen. (20-21)
In den Seligpreisungen verkündet Jesus die Befreiung derer, die weinen, Hunger, Ungerechtigkeiten oder Unterdrückung erleiden. Seine Jünger werden also in der gleichen befreienden Richtung handeln: indem sie Brot vermehren und alles, was das Leben sowie die Freude für die Ärmsten oder die von der Gesellschaft Ausgegrenzten fördert.
Lk 10, 25-37: Dann kam ein Mann aus Samarien, der auf der Reise war. Als er ihn sah, hatte er Mitleid, ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn. Am andern Morgen holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: “Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme”. (33-35)
Die Nachfolger Jesu werden sich gegenüber den Menschen, denen man ihre elementarsten Rechte verweigert, verhalten wie der gute Samariter. Dabei werden sie all ihre Ressourcen, ihre kreativen Fähigkeiten bei der Suche nach wirksamen Lösungen aufbringen. Doch nicht nur das: ähnlich wie der Samariter in der Parabel werden sie auch versuchen, sich persönlich für die leidenden Menschen einzusetzen. Der Samariter löste das Problem des Verletzten absolut nicht aus der Ferne, sondern engagierte sich persönlich für ihn: er ging auf ihn zu, behandelte dessen Wunden mit seinen eigenen Händen, verbrauchte an ihm seinen eigenen Vorrat an Öl und Wein (die für die Reise unabdingbar waren), setzte ihn auf sein eigenes Tier (er selbst ging zu Fuß) und versorgte ihn persönlich, bis der Verletzte außer Gefahr war. Er beauftragte sogar den Wirt, den Verletzten noch danach zu pflegen und bot sich an, für die entstehenden Kosten aufzukommen. Nur ein persönlicher Einsatz kann die verletzten Menschen ganzheitlich zu heilen. Doch auch nur ein so persönliches Engagement schafft es, den Samariter selbst zu verwandeln. Die Begegnung mit dem Verletzten verwandelte zweifelsohne diesen Reisenden und lehrte ihn viel Neues. Auch er empfing etwas Großartiges, was ihn verwandelte.
Lk 11, 3: Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen…
Wie viele andere arme Menschen, bittet Jesus im Vaterunser um das tägliche Brot; er weiß, dass ohne Brot kein Leben möglich ist; deshalb bittet er darum als Gnade und Gabe Gottes. Die Tatsache, dass Jesus die Bitte um Brot mit in das einzige Gebet einschließt, das er seine Jüngern lehrt, zeigt uns die Bedeutung, die er der Ernährung als Grundlage jeden menschlichen Lebens beimaß. Wenn wir Gott unseren Vater um das tägliche Brot bitten, so erkennen wir die anderen als Brüder und Schwestern an, sind bereit, geschwisterlich mit ihnen dieses gleiche Brot zu teilen. Wer an der Eucharistie teilnimmt, verpflichtet sich, Zeuge vom Gott des Lebens zu sein, der Leben in Fülle für ausnahmslos alle Männer und Frauen will (Joh 10, 10).
Du wirst dein Brot mit dem Hungrigen teilen,
Die armen Obdachlosen werden in dein Haus kommen,
Du wirst den bekleiden, der nackt ist
Und wirst deinem Bruder nicht den Rücken zukehren.
Jesaias 58, 7
GLEICHGEWICHT ZWISCHEN RECHTEN UND
PFLICHTEN
Diejenigen, die ihre Pflichten vergessen oder diesen nicht die gebührende Bedeutung beimessen, wenn sie ihre Rechte einfordern, sind wie die Leute, die mit einer Hand zerstören, was sie mit der anderen gemacht haben… Ein gut organisiertes Zusammenleben der Menschen verlangt es, dass die gegenseitigen Rechte und Pflichten anerkannt und geachtet werden. Dies bedeutet, dass jeder einzelne großzügig mit seinem Beitrag zur Schaffung von Atmosphären beiträgt, in denen sowohl Rechte als auch Pflichten mit immer größerem Einsatz und besserem Ergebnis ausgeübt werden.
“Pacem in Terris”, 18 + 19
Johannes XXIII
Aus der Barmherzigkeit entsteht das Engagement für die Menschenrechte. (Mt 15, 29-39)
HEIKE: Ich weiß nicht, was du davon hältst, doch für mich kommt das wirkliche Engagement für die Menschenrechte von der Barmherzigkeit und vom Mitgefühl, das Jesus hatte… Da ist für mich die Wurzel; danach kommt das Handeln, um die Probleme zu lösen (Jes 58, 7).
WALTER:
Das ist absolut richtig, Heike! Barmherzigkeit, also
das Erleiden der Not des Anderen am eigenen Leib, ist das,
was uns wirklich antreibt, die Menschenrechte zu fördern. Aber
heutzutage fordern alle lieber, dass ihre eigenen Rechte
geachtet werden, während nur sehr wenige versuchen, nach
Lösungen gegen die Missachtung der Rechte der Anderen zu
suchen, sei es in der Familie, in der Schule, oder bei der Arbeit:
dort, wo wir alle wirklich Einfluss haben und wo wir zu einer
Veränderung beitragen können. Vielleicht sind wir selbst es,
die die Würde des Nächsten misshandeln.
HEIKE: Gerade deshalb verbreitet sich Mutlosigkeit… Wie die Jünger Jesu, so würden auch wir die Leute mit leeren Händen losschicken. Wir sind geneigt, ihnen zu sagen: Geht fort und seht zu, wie ihr klar kommt! (Mk 6, 36; Lk 9, 12). Mutlos denken wir: “Wo sollen wir nur genügend Brote in dieser Wüste finden?” (Mt 15, 33)… Ja, wo sollen wir das Brot der wirksamen Lösungen in dieser Wüste der Missachtung der Menschenwürde finden?
Ohne
unseren Beitrag, ohne unsere Bemühungen wird
Jesus kein Wunder wirken.
WALTER: Genau in dieser Hinsicht finde ich sehr interessant, was Jesus macht: zunächst fragt er die Jünger “Wie viel Brote habt ihr?” (Mt 15, 34), das heißt, er sagt uns: Welchen Beitrag könnt ihr denn leisten? Über welche Ressourcen verfügt ihr? Ohne unseren Beitrag, ohne unsere Bemühungen, bin ich sicher, dass Jesus kein Wunder tut… Im Lukasevangelium wird sehr deutlich, dass Jesus nicht auf den Vorschlag der Jünger eingeht, für die Leute Essen einzukaufen, denn er war gegen paternalistische Lösungen. Weder Paternalismus (Lk 9, 13), noch Kleinmut (Mk 6, 36; Lk 9, 12), noch Individualismus (Mk 6, 36; Lk 9, 12; Mt 15, 15) konnte die Lage in den Griff bekommen; die Menschenmenge dagegen arbeitete mit und organisierte sich (Lk 9, 14; Mk 7, 39-40). Auch wir müssen alle mitmachen und uns organisieren!
HEIKE: Unbedingt! Der Beweis ist, dass die Jünger zuerst nach dem suchen, was sie selbst teilen konnten. So finden sie sieben Brote und einige kleine Fische… ! Vergessen wir nicht, dass die Jünger in diesem Augenblick noch gar nicht wussten, was Jesus vorhatte! Sie sagten nur zu ihm: Hier, das ist es, was wir haben, es gibt sonst nichts. Zwar reicht es nicht für alle, aber dennoch werden wir es teilen!
WALTER:
Ganz bestimmt hatte jemand von ihnen dieses
Essen gut in seinem Rucksack versteckt und beschloss, sie
hervorzuholen, um sie mit allen zu teilen.
HEIKE: Ich wette, es war eine Frau! Denn welcher Mann würde mit so viel Essen in seinem Rucksack herumlaufen?
WALTER: Ha, ha, ha! Vielleicht hast du Recht! Oder vielleicht sammelten mehrere von ihnen das Essen ein, wer weiß! Der Evangelist Johannes sagt allerdings, dass ein Junge diese Vorräte dabei hatte (Joh 6, 9). Doch das Entscheidende für mich ist, dass sie die Initiative ergriffen, Jesus alles anzubieten, was sie hatten… Wenn auch wir heute gegenüber dem Hungerproblem, der Unterernährung, dem Wohnungsmangel, der Arbeitslosigkeit und der mangelnden Schulerziehung aktiv würden, so würde alles anders werden, glaubst du nicht?
HEIKE:
Natürlich! Wir könnten unsere eigenen Fähigkeiten
einbringen, um all diese Probleme zu lösen, den Fatalismus
sowie die Gleichgültigkeit überwinden… Wir würden
aufhören, uns nur über unsere Situation zu beklagen und
stattdessen würden wir positive Schritte setzen, jeder in seinem
Rahmen.
WALTER: Und wir würden auch aufhören, nur an unsere Forderungen zu denken, die manchmal sehr gerecht sind. Vielmehr könnten wir langsam an den positiven Beitrag denken, den wir für die anderen leisten können. Ich denke, langfristig ist dies die einzige Lösung.
HEIKE: Tatsächlich gibt es bereits wertvolle Initiativen: es entstehen neue christliche Gemeinschaften, die Bildung im Glauben wird vertieft, Leiter werden ausgebildet; es werden Gesundheitsdienste für die Ärmsten organisiert, es gibt Leute, die sich um die Kriegsversehrten kümmern, es entstehen neue Gemeindeorganisationen… Es gibt eine Vielzahl von wertvollen Initiativen. Wir können viel mehr tun, je nach unseren Fähigkeiten und den Bedürfnissen an unserem Ort!
WALTER:
Genau diesen Beitrag der Jünger segnete Jesus.
Er bedankte sich dafür beim Vater, bevor er es dem Volk
austeilte (Mt 15, 36). Und dann aßen alle, bis sie satt wurden.
HEIKE: Die Großzügigkeit von einigen wenigen gab durch Gottes Segen zahlreich Früchte!
WALTER: Hast du übrigens bemerkt, dass Jesus das Volk einlud, sich zum Essen auf den Boden zu setzen? (Mt 15, 35)
HEIKE: Ja und?
WALTER: Ach, Heike: es war damals so, dass es ein
Privileg der freien Menschen war, sitzend zu
essen! Die Sklaven aßen stehend und sehr
schnell, während die freien Leute sich angelehnt
hinsetzten, um das Essen zu genießen. Jesus gab
auf diese Weise zu verstehen, dass er sie wirklich als freie
Menschen ansah! Dass er kein Sklavenvolk wollte!
UNTERHALTEN WIR UNS:
Sprechen Sie über die Initiativen Ihrer Pfarrei, um auf bestehende Bedürfnisse in den Bereichen Gesundheit, Wohnung und Ernährung in Ihrem Wohngebiet einzugehen… Vergleichen Sie sie mit denen Ihrer Dorfoder Stadtverwaltung. Legen Sie der Gruppe ihre Meinung dar... Sind diese Initiativen ausreichend? Was könnte noch getan werden?
Vergleichen Sie Mt 15, 30 und Lk 6, 17-19: Welche Gemeinsamkeiten stellen Sie in beiden Texten fest in der Grundhaltung Jesu? Wie reagiert er gegenüber den Schwierigkeiten der Menschen? Wie würden wir heute auf eben diese Schwierigkeiten reagieren?
Besprechen Sie in der Gruppe folgenden Satz: “Heutzutage fordern wir lieber unsere eigenen Rechte ein, während nur sehr wenige von uns bereit sind,, Lösungen für die Rechte der anderen zu finden, gerade dort, wo wir wirklich Einfluss haben und zu Veränderungen beitragen könnten.
Was halten Sie davon? In welchen Bereichen könnten wir selber dazu beitragen, die Situation der Menschenrechte zu verbessern?

Bibeltexte, um über die Grundrechte nachzudenken:
Mt 11, 2-6: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde sehen wieder, und Lahme gehen; Aussätzige werden rein; Taube hören; Tote stehen auf; den Armen wird eine frohe Botschaft verkündet. (4-5)
Die Boten von Johannes dem Täufer kommen zu Jesus, um festzustellen, ob er der Messias ist. Um zu beweisen, dass er es ist, zählt Jesus die befreienden Zeichen auf, die er durchführt. Es handelt sich um einen sehr wichtigen Augenblick in seinem Leben: sein öffentliches Wirken beginnt. Er definiert seine Mission (Lk 4, 14-21). Jesus wird ein Messias sein, der den Armen frohe Botschaften bringt. Wie? Indem er die schlechte Situation umwandelt, so dass die Kranken geheilt werden, die Blinden sehen und zu neuem Leben auferstehen, die sich in der Macht des Todes befinden. Das heißt, indem er Leben in Fülle all denen gibt, die sich in ihren grundlegendsten Möglichkeiten eingeschränkt sehen: denen, die nicht sehen noch hören können, weil sie nicht über die nötige Information oder Bildung verfügen; denen, die sich nicht ernähren und ein würdiges Lebensniveau haben können, weil sie keine Arbeit haben, usw.
Sein messianisches Wirken muss heute durch uns weitergeführt werden.
Mk 6, 34-44: Dann befahl er ihnen, den Leuten zu sagen, sie sollten sich in Gruppen ins grüne Gras setzen. Und sie setzten sich in Gruppen zu hundert und zu fünfzig. Darauf nahm er die fünf Brote … damit sie sie an die Leute austeilten. Auch die zwei Fische ließ er unter allen verteilen.
Die Jünger und Jüngerinnen Jesu teilen unter allen Männern und Frauen die Lebensmittel, die er eben gesegnet hat. Niemand verhält sich egoistisch. Jesus segnet und teilt die Lebensmittel, die die Gruppe selbst mitgebracht hat, obwohl es nur wenig ist und anscheinend nicht ausreicht. Er lässt nicht zu, dass die Lebensmittel von außerhalb herbeigeschafft oder gekauft werden; auch nicht, dass jeder einzelne
individualistisch versucht, sein Problem isoliert zu lösen. Jesus schlägt vor, die Vorräte der Gruppe geschwisterlich zu teilen: was erreichbar ist und zum Teilen vorgesehen wurde, das wird er segnen und vermehren. Das Volk organisiert sich in Gruppen zu fünfzig oder hundert, um es besser zu teilen. So gibt es Überfluss.
Lk 11, 41-42:
Ihr glaubt, es ist genug, Almosen zu
geben, ohne das Innere zu ändern, und dann ist alles rein. Doch weh
euch Pharisäern! Ihr gebt für den Tempel den Zehnten von Minze,
Gewürzkraut und allem Gemüse, die Gerechtigkeit aber und
die Liebe zu Gott vergesst ihr.
Man muss das eine tun, ohne das andere zu vergessen.
Für Jesus ist die Reinheit des Herzens von größter Bedeutung: es reicht nicht, als Almosen das zu geben, was übrig bleibt, und fromme Exerzitien durchzuführen (Jes 1, 12-20); man muss das Innere der Person ändern sowie sein ganzes Leben danach richten, was wichtig ist für den Glauben: nach der Liebe zu Gott aus der Tiefe unseres Herzens (Dtn 6, 5; Hos 5, 4) und nach dem Teilen all unserer Fähigkeiten (nicht nur die Almosen) mit denen, die täglich von der Gesellschaft angegriffen und an der Ausübung ihrer elementarsten Grundrechte gehindert werden (Jer 23, 3; Jer 7, 5-11).
Lk 12, 33-34: Verkauft eure Habe und gebt den Erlös den Armen! Macht euch Geldbeutel, die nicht zerreißen. Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, droben im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst.
Jesus fordert uns zu einer absoluten Großzügigkeit dazu auf, uns selber zu vergessen. Wir sollen alles, was wir besitzen und sind, mit denen teilen, die nicht über das Nötige zum Leben verfügen: Brot, Arbeit, Erziehung… Diese Großzügigkeit ist etwas Verrücktes in den Augen der Menschen, die nur daran denken, eigene Schätze für sich anzusammeln. Doch ist es der Schatz der Jünger Jesu, die ihre Sicherheit nicht im Geld sehen, sondern in der geteilten Liebe.
Lk 14, 12-14: Wenn du ein Essen gibst, lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten. Es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten (13-14).
Das Festmahl symbolisiert das Beste, was wir durch unser eigenes Leben bieten können: Jesus möchte, dass wir genau das mit jenen teilen, denen die Grundrechte verwehrt werden: Arme, Kranke, Analphabeten,…
Lk 14, 15-24: Geh schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt und hol die Armen und die Krüppel, die Blinden und die Lahmen herbei (21).
Beim Festmahl im Reich Gottes, das die neue Form des menschlichen Zusammenlebens ist, die Jesus unter uns einführt, gibt er denen den Vorzug, die von der Gesellschaft verachtet und denen ihre Grundrechte verweigert werden. Gottes Wille ist es, dass auch wir achten auf die Rechte der Armen, Kranken und Behinderten, damit sie von heute an am Festmahl des Reiches teilnehmen: einem Reich der Gerechtigkeit, Liebe, des Lebens in Fülle… Das ist Gottes Projekt. (Joh 10, 10b).
Joh 15, 6-14: Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet (8)… Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. (12-14)