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12. April 2007
G-8 Brief 2007
Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
in den vergangenen sechs Jahren haben wir uns mit vielen Gruppen,
Kirchen und Einzel-personen zusammengetan und uns um den Erlass von
ungerechter Schuldenlast für eini-ge der ärmsten Länder der Welt bemüht.
Die Staatsoberhäupter der G8-Länder hören bei ihrem Treffen jedes Jahr von
uns!
Nun laden wir Sie noch einmal ein, bei unserer jährlichen Brief-Kampagne
wieder mit-zumachen. Wir stehen in einem wichtigen und symbolträchtigen
Jahr - einem weiteren Jubiläumsjahr: sieben Jahre nach dem
Millenniumsjubiläum! Es markiert zugleich Halb-zeit auf dem Weg hin zur
Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele bis zum Jahr 2015.
Außerdem ist es heuer 40 Jahre seit Veröffentlichung der Enzyklika
Populorum Pro-gressio von Papst Paul VI. Wenn wir dieses Dokument nun – 4
Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung - lesen, können wir sehr wohl
sagen, dass es mit seinem intensiven Aufruf zur Gerechtigkeit ein „Zeichen
der Zeit“ war und weiterhin ist.
„Man verstehe Uns recht: Wir müssen uns der gegenwärtigen Situation
mutig stellen und ihre Ungerechtigkeiten tilgen und aus der Welt schaffen.
Das Ent-wicklungswerk verlangt kühne bahnbrechende Umgestaltungen.
Drängende Re-formen müssen unverzüglich in Angriff genommen werden.“ (#32)
Und dies ist, worum wir Sie bitten:
1. Verteilen Sie den als Anlage beigefügten, an die Verantwortlichen der
G8-Länder gerichteten Brief an die Mitglieder Ihrer Kongregation und
bitten Sie diese, ihn an ein Staatsoberhaupt oder an mehrere der
G8-Staaten zu senden (Namen und Adressen erhalten Sie ebenfalls als
Anlage).
2. Ermutigen Sie Ihre Mitglieder, “Mobilization Toolkit for Make Aid Work.
The Poor Can’t Wait” www.make-aid-work.org in ihrem Apostolat einzusetzen.
Dieses „Material-Päckchen“ gibt es in deutscher, italienischer,
englischer, französi-scher und spanischer Sprache; es enthält auch eine
Postkarte an die deutsche Regierung, die Gastgeberin des G8-Gipfels ist
oder schaut bei Misereor rein
http://www.misereor.de/Aktionen_Kampagnen.8488.0.html
3. Lesen Sie Populorum Progressio und diskutieren Sie mit Ihren Freunden
seine Bedeutung für unsere Zeit.
Vielen Dank, dass Sie sich an dieser wichtigen Kampagne beteiligen!
In Solidarität
Michael Heinz svd
i. A. Gemeinsame Arbeitsgruppe über ökonomische Gerechtigkeit der
Caritas Internati-onalis, von SEDOS und den Promotoren für Gerechtigkeit,
Frieden und Bewahrung der Schöpfung (JPIC) in Rom
| (Teilnehmer des G-8 Treffens in Deutschland 6.-8.Juni
2007) Wir, die Mitglieder der Koalition von Ordensleuten gegen die
Auslandsschuld, einer Gruppe von 83 katholischen Männer- und
Frauenorden sowie „Caritas Internationalis“ mit seinen 162
Mitgliedsorganisationen weltweit, verbinden uns mit vielen anderen
Gruppen in einem wiederholten Ruf an die G-8 Regierungschefs der
reichsten Nationen, damit die Schulden der verarmten Länder erlassen
werden. Wir tun dies im sogenannten Sabbatjahr 2007, als
Mitte-Halbzeit für das Erreichen der Millenniumsziele (2000 – 2015).
Wir möchten Sie daran erinnern, dass die Millenniumsziele im Jahr 2000
von allen G-8 Regierungschefs unterzeichnet wurden. Es ist die
Verantwortung der G-8 Mitglieder, jetzt aktiv zu werden und ihr
ethisches und soziales Versprechen einzuhalten.
Nach jüdisch-christlicher Tradition, erfordert das Sabbatjahr oder
Jubiläumsjahr, dass alle sieben Jahre die Schulden erlassen werden und
diejenigen, die aufgrund von Schulden versklavt wurden, befreit
werden. Das Sabbatjahr stellt so wieder gleiche Beziehungen innerhalb
der Gemeinschaft her und wirkt der Ausbeutung entgegen, in welcher
Reiche auf Kosten der Armen immer mehr Wohlstand anhäufen.
Wir sehen die Sabbatjahraktion des Schuldenerlasses als wesentlich, um
die Millenniumsziele (MDGs) zu erreichen, d.h. das weltweite
Engagement, um die extreme Armut bis 2015 zu halbieren. Die Streichung
der Schulden würde Billionen von US Dollars freisetzen, die dann in
Fonds fließen könnten, um die Umsetzung der MDGs zu erreichen, Geld
für Erziehung, Gesundheit, Schwangerschaftsvoruntersuchungen, sauberes
Trinkwasser und Abwasserbeseitigung.
Schuldenerlass hat schon viele positive Ergebnisse in armen Ländern
erzielt. In Tansania wurde das Schulgeld für Grundschüler gestrichen,
mit dem Ergebnis eines Anwachsens der Schülerzahl um 66%. In Mosambik
werden die Kinder kostenlos geimpft. In Mali erhalten 5000 Lehrer ein
monatliches Gehalt – all dies als Ergebnis von Schuldenerlass.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, Gastgeberin des G-8
Treffens in Heiligendamm - Deutschland, hat darum gebeten, die
Weltarmut als Zentralpunkt auf die Agenda des 2007 Treffens zu setzen.
Wir bitten Sie, als Mitglied der G-8 Gruppe, mehr zu tun als einfach
den Fonds für die Armen zu erhöhen. Nehmen Sie den Schuldenerlass als
eine Pflicht, um die unglaubliche Last der Schulden, welche den Zirkel
von Krankheit- Hunger-Tod, weiter treibt, zu unterbrechen.
Wir bitten Sie als Regierungschefs der G-8 Nationen, eine Politik des
Schuldenerlasses in die Tat um zu setzen. Diese Aktion wird zum
Erreichen der Millenniumsziele beitragen, ein Versprechen, die Armut
zu vermindern und Menschen ein Leben in Menschenwürde zu ermöglichen.
Hochachtungsvoll |
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