Communications
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BOTSCHAFT VON PAPST BENEDIKT XVI.
ZUM 45. WELTTAG DER SOZIALEN KOMMUNIKATIONSMITTEL
Wahrheit, Verkündigung und Authentizität des Lebens
im digitalen Zeitalter
Liebe Brüder und Schwestern!
Aus Anlaß des 45. Welttags der Sozialen Kommunikationsmittel möchte
ich einige Überlegungen vorlegen, die ihren Grund in einem
charakteristischen Phänomen unserer Zeit haben: die Verbreitung der
Kommunikation durch das Internet. Allgemein ist man immer mehr
der Auffassung, daß heute die gerade stattfindende grundlegende
Umwandlung im Kommunikationsbereich – so wie einst die industrielle
Revolution durch die Neuerungen im Produktionszyklus und im Leben der
Arbeiter einen tiefgreifenden Wandel in der Gesellschaft hervorrief –
richtungweisend ist für große kulturelle und soziale Veränderungen. Die
neuen Technologien ändern nicht nur die Art und Weise, wie man
miteinander kommuniziert, sondern die Kommunikation an sich; man kann
daher sagen, daß wir vor einem umfassenden kulturellen Wandel stehen.
Mit dieser neuen Weise, Information und Wissen zu verbreiten, entsteht
eine neue Lern- und Denkweise mit neuartigen Möglichkeiten, Beziehungen
zu knüpfen und Gemeinschaft zu schaffen.
Es zeichnen sich Ziele ab, die bis vor kurzem undenkbar waren, die
aufgrund der von den neuen Medien eröffneten Möglichkeiten Staunen
hervorrufen und zugleich immer dringlicher eine ernsthafte Reflexion
über den Sinn der Kommunikation im digitalen Zeitalter verlangen. Das
ist besonders ersichtlich, wenn man das außergewöhnliche Potential des
Internets und die Vielschichtigkeit seiner Anwendungen bedenkt.
Wie alle anderen Schöpfungen des menschlichen Geistes müssen die neuen
Kommunikationstechnologien in den Dienst des ganzheitlichen Wohls des
Menschen und der gesamten Menschheit gestellt werden. Wenn sie
vernünftig genutzt werden, können sie dazu beitragen, das Verlangen nach
Sinn, nach Wahrheit und nach Einheit zu stillen, das die tiefste
Sehnsucht des Menschen bleibt.
In der digitalen Welt heißt Informationen zu übermitteln immer öfter,
sie in ein soziales Netzwerk zu stellen, wo das Wissen im Bereich
persönlichen Austauschs mitgeteilt wird. Die klare Unterscheidung
zwischen Produzent und Konsument von Information wird relativiert, und
die Kommunikation möchte nicht nur Austausch von Daten sein, sondern
immer mehr auch Teilhabe. Diese Dynamik hat zu einer neuen Bewertung des
Miteinander-Kommunizierens beigetragen, das vor allem als Dialog,
Austausch, Solidarität und Schaffung positiver Beziehungen gesehen wird.
Dies stößt andererseits aber auf einige für die digitale Kommunikation
typische Grenzen: die einseitige Interaktion; die Tendenz, das eigene
Innenleben nur zum Teil mitzuteilen; die Gefahr, irgendwie das eigene
Image konstruieren zu wollen, was zur Selbstgefälligkeit verleiten kann.
Vor allem die junge Generation erlebt gerade diesen Wandel der
Kommunikation mit allen Wünschen, Widersprüchen und aller Kreativität,
die denen eigen sind, die sich mit Begeisterung und Neugierde neuen
Erfahrungen des Lebens öffnen. Die immer größere Beteiligung in der
öffentlichen digitalen Arena, die von den sogenannten social networks
gebildet wird, führt dazu, neue Formen interpersonaler Beziehungen
einzugehen, beeinflußt die Selbstwahrnehmung und stellt daher
unvermeidlich nicht nur die Frage nach der Korrektheit des eigenen
Handelns, sondern auch nach der Authentizität des eigenen Seins. In
diesen virtuellen Räumen präsent zu sein kann Zeichen einer echten Suche
nach persönlicher Begegnung mit dem anderen sein, wenn man darauf
achtet, die vorhandenen Gefahren zu meiden, wie z. B. sich in eine Art
Parallelwelt zu flüchten oder sich exzessiv der virtuellen Welt
auszusetzen. Auf der Suche nach Mitteilung, nach „Freundschaften“, steht
man vor der Herausforderung, authentisch und sich selbst treu zu sein,
ohne der Illusion zu erliegen, künstlich das eigene öffentliche „Profil“
zu schaffen.
Die neuen Technologien gestatten den Menschen, sich jenseits der
Grenzen von Raum und Kultur zu begegnen und so eine ganze neue Welt
potentieller Freundschaften zu schaffen. Das ist eine große Chance,
bedingt aber auch eine größere Aufmerksamkeit und eine Bewußtwerdung
möglicher Risiken. Wer ist mein „Nächster“ in dieser neuen Welt? Besteht
die Gefahr, weniger für die da zu sein, denen wir in unserem normalen
täglichen Leben begegnen? Besteht die Gefahr, zunehmend abgelenkt zu
sein, weil unsere Aufmerksamkeit gespalten ist und von einer Welt in
Anspruch genommen wird, die „anders“ ist als die, in der wir leben?
Haben wir Zeit, kritisch über unsere Entscheidungen nachzudenken und
menschliche Beziehungen zu pflegen, die wirklich tief und dauerhaft
sind? Es ist wichtig, sich immer daran zu erinnern, daß der virtuelle
Kontakt den direkten persönlichen Kontakt mit den Menschen auf allen
Ebenen unseres Lebens nicht ersetzen kann und darf.
Auch im digitalen Zeitalter ist es für jeden erforderlich, ein
authentischer und nachdenkender Mensch zu sein. Im übrigen zeigt die den
social networks eigene Dynamik, daß ein Mensch immer in das, was
er mitteilt, miteinbezogen ist. Beim Austausch von Informationen teilen
Menschen bereits sich selbst mit, ihre Sicht der Welt, ihre Hoffnungen,
ihre Ideale. Daraus folgt, daß es einen christlichen Stil der Präsenz
auch in der digitalen Welt gibt: Dieser verwirklicht sich in einer Form
aufrichtiger und offener, verantwortungsvoller und dem anderen gegenüber
respektvoller Kommunikation. Das Evangelium durch die neuen Medien
mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die
Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen
digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen
hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit
dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen
wird. Im übrigen kann es auch in der digitalen Welt keine Verkündigung
einer Botschaft geben ohne konsequentes Zeugnis dessen, der verkündigt.
In den neuen Kontexten und mit den neuen Ausdrucksformen ist der Christ
wiederum aufgerufen, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der
Hoffnung fragt, die ihn erfüllt (vgl. 1 Petr 3,15).
Der Einsatz zugunsten eines Zeugnisses für das Evangelium im
digitalen Zeitalter erfordert, daß alle besonders auf jene Aspekte
dieser Botschaft achten, die eine Herausforderung an einige der für das
Web typischen Sachgesetzlichkeiten darstellen können. Vor allem
müssen wir uns bewußt sein, daß die Wahrheit, die wir mitzuteilen
suchen, ihren Wert nicht aus ihrer „Popularität“ oder aus dem Maß der
ihr gezollten Aufmerksamkeit bezieht. Wir müssen sie in ihrer
Vollständigkeit nahebringen, anstatt den Versuch zu unternehmen, sie
akzeptabel zu machen und sie dabei vielleicht sogar zu verwässern. Sie
muß zur täglichen Nahrung werden und nicht Attraktion eines Augenblicks.
Die Wahrheit des Evangeliums ist kein Objekt, das man konsumieren oder
oberflächlich in Anspruch nehmen kann; sie ist ein Geschenk, das eine
Antwort in Freiheit verlangt. Auch wenn sie im virtuellen Raum des
Internet verkündet wird, muß sie immer in der wirklichen Welt und in
Beziehung zu den konkreten Gesichtern der Brüder und Schwestern, mit
denen wir das tägliche Leben teilen, Gestalt annehmen. Deshalb bleiben
in der Weitergabe des Glaubens die direkten menschlichen Beziehungen
immer fundamental!
Ich möchte jedenfalls die Christen dazu einladen, sich zuversichtlich
und mit verantwortungsbewußter Kreativität im Netz der Beziehungen
zusammenzufinden, das das digitale Zeitalter möglich gemacht hat. Nicht
bloß um den Wunsch zu stillen, präsent zu sein, sondern weil dieses Netz
wesentlicher Bestandteil des menschlichen Lebens ist. Das Web
trägt zur Entwicklung von neuen und komplexeren Formen intellektuellen
und spirituellen Bewußtseins sowie eines allgemeinen Wissens bei. Auch
in diesem Bereich sind wir aufgerufen, unseren Glauben zu verkünden, daß
Christus Gott ist, der Erlöser des Menschen und der Geschichte, in dem
alle Dinge ihre Erfüllung finden (vgl. Eph 1,10). Die
Verkündung des Evangeliums verlangt eine respektvolle und
unaufdringliche Form der Mitteilung, die das Herz anrührt und das
Gewissen bewegt; eine Form, die an den Stil des auferstandenen Jesus
erinnert, als er sich zum Weggefährten der Jünger von Emmaus machte
(vgl. Lk 24,13-35), die er schrittweise zum Verständnis
des Geheimnisses führte durch seine Nähe, durch sein Gespräch mit ihnen
und dadurch, daß er feinfühlig sichtbar werden ließ, was in ihren Herzen
war.
Die Wahrheit, die Christus ist, ist letztlich die vollständige und
wirkliche Antwort auf jenes menschliche Verlangen nach Beziehung, nach
Gemeinschaft und Sinn, das auch in der großen Beteiligung an den
verschiedenen social networks deutlich wird. Wenn die Gläubigen
für ihre tiefsten Überzeugungen eintreten, leisten sie einen wertvollen
Beitrag dazu, daß das Web nicht ein Instrument wird, das die
Menschen zu Kategorien macht und sie emotional zu manipulieren sucht
oder das es denen, die Einfluß haben, ermöglicht, die Meinungen anderer
zu monopolisieren. Im Gegenteil, die Gläubigen sollen alle ermutigen,
die bleibenden Fragen des Menschen aufrecht zu erhalten, die von seinem
Verlangen nach Transzendenz zeugen und von seiner Sehnsucht nach Formen
wirklichen Lebens, das wert ist, gelebt zu werden. Gerade diese zutiefst
menschliche geistliche Spannung liegt unserem Durst nach Wahrheit und
Gemeinschaft zugrunde und drängt uns dazu, rechtschaffen und aufrichtig
miteinander zu kommunizieren.
Ich lade vor allem die Jugendlichen ein, von ihrer Präsenz in der
digitalen Welt guten Gebrauch zu machen. Ich bestätige ihnen unsere
Verabredung beim nächsten
Weltjugendtag in Madrid, dessen Vorbereitung den Vorzügen der neuen
Technologien viel verdankt. Auf die Fürsprache ihres Schutzpatrons, des
heiligen Franz von Sales, bitte ich Gott für die im
Kommunikationsbereich Tätigen um die Fähigkeit, ihre Arbeit stets mit
großer Gewissenhaftigkeit und sorgfältiger Professionalität zu
verrichten, und erteile allen meinen Apostolischen Segen.
Aus dem Vatikan, am 24. Januar 2011, dem Gedenktag des heiligen
Franz von Sales
BENEDICTUS PP. XVI
© Copyright 2011 - Libreria Editrice Vaticana
MESSAGE OF HIS HOLINESS POPE
BENEDICT XVI
FOR THE 45th WORLD COMMUNICATIONS DAY
Truth, Proclamation and Authenticity of Life in the
Digital Age
June 5, 2011
Dear Brothers and Sisters,
On the occasion of the 45th World Day of Social Communications, I
would like to share some reflections that are motivated by a phenomenon
characteristic of our age: the emergence of the internet as a network
for communication. It is an ever more commonly held opinion that, just
as the Industrial Revolution in its day brought about a profound
transformation in society by the modifications it introduced into the
cycles of production and the lives of workers, so today the radical
changes taking place in communications are guiding significant cultural
and social developments. The new technologies are not only changing the
way we communicate, but communication itself, so much so that it could
be said that we are living through a period of vast cultural
transformation. This means of spreading information and knowledge is
giving birth to a new way of learning and thinking, with unprecedented
opportunities for establishing relationships and building fellowship.
New horizons are now open that were until recently unimaginable; they
stir our wonder at the possibilities offered by these new media and, at
the same time, urgently demand a serious reflection on the significance
of communication in the digital age. This is particularly evident when
we are confronted with the extraordinary potential of the internet and
the complexity of its uses. As with every other fruit of human
ingenuity, the new communications technologies must be placed at the
service of the integral good of the individual and of the whole of
humanity. If used wisely, they can contribute to the satisfaction of the
desire for meaning, truth and unity which remain the most profound
aspirations of each human being.
In the digital world, transmitting information increasingly means
making it known within a social network where knowledge is shared in the
context of personal exchanges. The clear distinction between the
producer and consumer of information is relativized and communication
appears not only as an exchange of data, but also as a form of sharing.
This dynamic has contributed to a new appreciation of communication
itself, which is seen first of all as dialogue, exchange, solidarity and
the creation of positive relations. On the other hand, this is
contrasted with the limits typical of digital communication: the
one-sidedness of the interaction, the tendency to communicate only some
parts of one’s interior world, the risk of constructing a false image of
oneself, which can become a form of self-indulgence.
Young people in particular are experiencing this change in
communication, with all the anxieties, challenges and creativity typical
of those open with enthusiasm and curiosity to new experiences in life.
Their ever greater involvement in the public digital forum, created by
the so-called social networks, helps to establish new forms of
interpersonal relations, influences self-awareness and therefore
inevitably poses questions not only of how to act properly, but also
about the authenticity of one’s own being. Entering cyberspace can be a
sign of an authentic search for personal encounters with others,
provided that attention is paid to avoiding dangers such as enclosing
oneself in a sort of parallel existence, or excessive exposure to the
virtual world. In the search for sharing, for “friends”, there is the
challenge to be authentic and faithful, and not give in to the illusion
of constructing an artificial public profile for oneself.
The new technologies allow people to meet each other beyond the
confines of space and of their own culture, creating in this way an
entirely new world of potential friendships. This is a great
opportunity, but it also requires greater attention to and awareness of
possible risks. Who is my “neighbour” in this new world? Does the danger
exist that we may be less present to those whom we encounter in our
everyday life? Is there is a risk of being more distracted because our
attention is fragmented and absorbed in a world “other” than the one in
which we live? Do we have time to reflect critically on our choices and
to foster human relationships which are truly deep and lasting? It is
important always to remember that virtual contact cannot and must not
take the place of direct human contact with people at every level of our
lives.
In the digital age too, everyone is confronted by the need for
authenticity and reflection. Besides, the dynamic inherent in the social
networks demonstrates that a person is always involved in what he or she
communicates. When people exchange information, they are already sharing
themselves, their view of the world, their hopes, their ideals. It
follows that there exists a Christian way of being present in the
digital world: this takes the form of a communication which is honest
and open, responsible and respectful of others. To proclaim the Gospel
through the new media means not only to insert expressly religious
content into different media platforms, but also to witness
consistently, in one’s own digital profile and in the way one
communicates choices, preferences and judgements that are fully
consistent with the Gospel, even when it is not spoken of specifically.
Furthermore, it is also true in the digital world that a message cannot
be proclaimed without a consistent witness on the part of the one who
proclaims it. In these new circumstances and with these new forms of
expression, Christian are once again called to offer a response to
anyone who asks for a reason for the hope that is within them (cf. 1
Pet 3:15).
The task of witnessing to the Gospel in the digital era calls for
everyone to be particularly attentive to the aspects of that message
which can challenge some of the ways of thinking typical of the web.
First of all, we must be aware that the truth which we long to share
does not derive its worth from its “popularity” or from the amount of
attention it receives. We must make it known in its integrity, instead
of seeking to make it acceptable or diluting it. It must become daily
nourishment and not a fleeting attraction. The truth of the Gospel is
not something to be consumed or used superficially; rather it is a gift
that calls for a free response. Even when it is proclaimed in the
virtual space of the web, the Gospel demands to be incarnated in the
real world and linked to the real faces of our brothers and sisters,
those with whom we share our daily lives. Direct human relations always
remain fundamental for the transmission of the faith!
I would like then to invite Christians, confidently and with an
informed and responsible creativity, to join the network of
relationships which the digital era has made possible. This is not
simply to satisfy the desire to be present, but because this network is
an integral part of human life. The web is contributing to the
development of new and more complex intellectual and spiritual horizons,
new forms of shared awareness. In this field too we are called to
proclaim our faith that Christ is God, the Saviour of humanity and of
history, the one in whom all things find their fulfilment (cf.
Eph 1:10). The proclamation of the Gospel requires a communication
which is at once respectful and sensitive, which stimulates the heart
and moves the conscience; one which reflects the example of the risen
Jesus when he joined the disciples on the way to Emmaus (cf. Lk
24:13-35). By his approach to them, his dialogue with them, his way of
gently drawing forth what was in their heart, they were led gradually to
an understanding of the mystery.
In the final analysis, the truth of Christ is the full and authentic
response to that human desire for relationship, communion and meaning
which is reflected in the immense popularity of social networks.
Believers who bear witness to their most profound convictions greatly
help prevent the web from becoming an instrument which depersonalizes
people, attempts to manipulate them emotionally or allows those who are
powerful to monopolize the opinions of others. On the contrary,
believers encourage everyone to keep alive the eternal human questions
which testify to our desire for transcendence and our longing for
authentic forms of life, truly worthy of being lived. It is precisely
this uniquely human spiritual yearning which inspires our quest for
truth and for communion and which impels us to communicate with
integrity and honesty.
I invite young people above all to make good use of their presence in
the digital world. I repeat my invitation to them for the next World
Youth Day in Madrid, where the new technologies are contributing greatly
to the preparations. Through the intercession of their patron Saint
Francis de Sales, I pray that God may grant communications workers the
capacity always to carry out their work conscientiously and
professionally. To all, I willingly impart my Apostolic Blessing.
From the Vatican, 24 January 2011, Feast of Saint Francis de Sales
BENEDICTUS XVI
© Copyright 2011 - Libreria Editrice Vaticana
MENSAJE DEL SANTO PADRE BENEDICTO
XVI
PARA LA XLV JORNADA MUNDIAL DE LAS COMUNICACIONES SOCIALES
Verdad, anuncio y autenticidad de vida en la era
digital
5 de junio 2011
Queridos hermanos y hermanas
Con ocasión de la XLV Jornada Mundial de las Comunicaciones Sociales,
deseo compartir algunas reflexiones, motivadas por un fenómeno
característico de nuestro tiempo: la propagación de la comunicación a
través de internet. Se extiende cada vez más la opinión de que,
así como la revolución industrial produjo un cambio profundo en la
sociedad, por las novedades introducidas en el ciclo productivo y en la
vida de los trabajadores, la amplia transformación en el campo de las
comunicaciones dirige las grandes mutaciones culturales y sociales de
hoy. Las nuevas tecnologías no modifican sólo el modo de comunicar, sino
la comunicación en sí misma, por lo que se puede afirmar que nos
encontramos ante una vasta transformación cultural. Junto a ese modo de
difundir información y conocimientos, nace un nuevo modo de aprender y
de pensar, así como nuevas oportunidades para establecer relaciones y
construir lazos de comunión.
Se presentan a nuestro alcance objetivos hasta ahora impensables, que
asombran por las posibilidades de los nuevos medios, y que a la vez
exigen con creciente urgencia una seria reflexión sobre el sentido de la
comunicación en la era digital. Esto se ve más claramente aún cuando nos
confrontamos con las extraordinarias potencialidades de internet
y la complejidad de sus aplicaciones. Como todo fruto del ingenio
humano, las nuevas tecnologías de comunicación deben ponerse al servicio
del bien integral de la persona y de la humanidad entera. Si se usan con
sabiduría, pueden contribuir a satisfacer el deseo de sentido, de verdad
y de unidad que sigue siendo la aspiración más profunda del ser humano.
Transmitir información en el mundo digital significa cada vez más
introducirla en una red social, en la que el conocimiento se comparte en
el ámbito de intercambios personales. Se relativiza la distinción entre
el productor y el consumidor de información, y la comunicación ya no se
reduce a un intercambio de datos, sino que se desea compartir. Esta
dinámica ha contribuido a una renovada valoración del acto de comunicar,
considerado sobre todo como diálogo, intercambio, solidaridad y creación
de relaciones positivas. Por otro lado, todo ello tropieza con algunos
límites típicos de la comunicación digital: una interacción parcial, la
tendencia a comunicar sólo algunas partes del propio mundo interior, el
riesgo de construir una cierta imagen de sí mismos que suele llevar a la
autocomplacencia.
De modo especial, los jóvenes están viviendo este cambio en la
comunicación con todas las aspiraciones, las contradicciones y la
creatividad propias de quienes se abren con entusiasmo y curiosidad a
las nuevas experiencias de la vida. Cuanto más se participa en el
espacio público digital, creado por las llamadas redes sociales, se
establecen nuevas formas de relación interpersonal que inciden en la
imagen que se tiene de uno mismo. Es inevitable que ello haga plantearse
no sólo la pregunta sobre la calidad del propio actuar, sino también
sobre la autenticidad del propio ser. La presencia en estos espacios
virtuales puede ser expresión de una búsqueda sincera de un encuentro
personal con el otro, si se evitan ciertos riesgos, como buscar refugio
en una especie de mundo paralelo, o una excesiva exposición al mundo
virtual. El anhelo de compartir, de establecer “amistades”, implica el
desafío de ser auténticos, fieles a sí mismos, sin ceder a la ilusión de
construir artificialmente el propio “perfil” público.
Las nuevas tecnologías permiten a las personas encontrarse más allá
de las fronteras del espacio y de las propias culturas, inaugurando así
un mundo nuevo de amistades potenciales. Ésta es una gran oportunidad,
pero supone también prestar una mayor atención y una toma de conciencia
sobre los posibles riesgos. ¿Quién es mi “prójimo” en este nuevo mundo?
¿Existe el peligro de estar menos presentes con quien encontramos en
nuestra vida cotidiana ordinaria? ¿Tenemos el peligro de caer en la
dispersión, dado que nuestra atención está fragmentada y absorta en un
mundo “diferente” al que vivimos? ¿Dedicamos tiempo a reflexionar
críticamente sobre nuestras decisiones y a alimentar relaciones humanas
que sean realmente profundas y duraderas? Es importante recordar siempre
que el contacto virtual no puede y no debe sustituir el contacto humano
directo, en todos los aspectos de nuestra vida.
También en la era digital, cada uno siente la necesidad de ser una
persona auténtica y reflexiva. Además, las redes sociales muestran que
uno está siempre implicado en aquello que comunica. Cuando se
intercambian informaciones, las personas se comparten a sí mismas, su
visión del mundo, sus esperanzas, sus ideales. Por eso, puede decirse
que existe un estilo cristiano de presencia también en el mundo digital,
caracterizado por una comunicación franca y abierta, responsable y
respetuosa del otro. Comunicar el Evangelio a través de los nuevos
medios significa no sólo poner contenidos abiertamente religiosos en las
plataformas de los diversos medios, sino también dar testimonio
coherente en el propio perfil digital y en el modo de comunicar
preferencias, opciones y juicios que sean profundamente concordes con el
Evangelio, incluso cuando no se hable explícitamente de él. Asimismo,
tampoco se puede anunciar un mensaje en el mundo digital sin el
testimonio coherente de quien lo anuncia. En los nuevos contextos y con
las nuevas formas de expresión, el cristiano está llamado de nuevo a
responder a quien le pida razón de su esperanza (cf. 1 P 3,15).
El compromiso de ser testigos del Evangelio en la era digital exige a
todos el estar muy atentos con respecto a los aspectos de ese mensaje
que puedan contrastar con algunas lógicas típicas de la red. Hemos de
tomar conciencia sobre todo de que el valor de la verdad que deseamos
compartir no se basa en la “popularidad” o la cantidad de atención que
provoca. Debemos darla a conocer en su integridad, más que intentar
hacerla aceptable, quizá desvirtuándola. Debe transformarse en alimento
cotidiano y no en atracción de un momento.
La verdad del Evangelio no puede ser objeto de consumo ni de disfrute
superficial, sino un don que pide una respuesta libre. Esa verdad,
incluso cuando se proclama en el espacio virtual de la red, está llamada
siempre a encarnarse en el mundo real y en relación con los rostros
concretos de los hermanos y hermanas con quienes compartimos la vida
cotidiana. Por eso, siguen siendo fundamentales las relaciones humanas
directas en la transmisión de la fe.
Con todo, deseo invitar a los cristianos a unirse con confianza y
creatividad responsable a la red de relaciones que la era digital ha
hecho posible, no simplemente para satisfacer el deseo de estar
presentes, sino porque esta red es parte integrante de la vida humana.
La red está contribuyendo al desarrollo de nuevas y más complejas formas
de conciencia intelectual y espiritual, de comprensión común. También en
este campo estamos llamados a anunciar nuestra fe en Cristo, que es
Dios, el Salvador del hombre y de la historia, Aquél en quien todas las
cosas alcanzan su plenitud (cf. Ef 1, 10). La proclamación del
Evangelio supone una forma de comunicación respetuosa y discreta, que
incita el corazón y mueve la conciencia; una forma que evoca el estilo
de Jesús resucitado cuando se hizo compañero de camino de los discípulos
de Emaús (cf. Lc 24, 13-35), a quienes mediante su cercanía
condujo gradualmente a la comprensión del misterio, dialogando con
ellos, tratando con delicadeza que manifestaran lo que tenían en el
corazón.
La Verdad, que es Cristo, es en definitiva la respuesta plena y
auténtica a ese deseo humano de relación, de comunión y de sentido, que
se manifiesta también en la participación masiva en las diversas redes
sociales. Los creyentes, dando testimonio de sus más profundas
convicciones, ofrecen una valiosa aportación, para que la red no sea un
instrumento que reduce las personas a categorías, que intenta
manipularlas emotivamente o que permite a los poderosos monopolizar las
opiniones de los demás. Por el contrario, los creyentes animan a todos a
mantener vivas las cuestiones eternas sobre el hombre, que atestiguan su
deseo de trascendencia y la nostalgia por formas de vida auténticas,
dignas de ser vividas. Esta tensión espiritual típicamente humana es
precisamente la que fundamenta nuestra sed de verdad y de comunión, que
nos empuja a comunicarnos con integridad y honradez.
Invito sobre todo a los jóvenes a hacer buen uso de su presencia en
el espacio digital. Les reitero nuestra cita en la próxima Jornada
Mundial de la Juventud, en Madrid, cuya preparación debe mucho a las
ventajas de las nuevas tecnologías. Para quienes trabajan en la
comunicación, pido a Dios, por intercesión de su Patrón, san Francisco
de Sales, la capacidad de ejercer su labor conscientemente y con
escrupulosa profesionalidad, a la vez que imparto a todos la Bendición
Apostólica.
Vaticano, 24 de enero 2011, fiesta de san Francisco de Sales.
BENEDICTUS PP. XVI
© Copyright 2011 - Libreria Editrice Vaticana
MESSAGE DU PAPE BENOÎT XVI
POUR LA 45ème JOURNÉE MONDIALE DES COMMUNICATIONS SOCIALES
Vérité, annonce et authenticité de vie à l’ère du
numérique
le 5 juin 2011
Chers frères et soeurs,
A l’occasion de la XLVème Journée Mondiale des Communications
Sociales, je désire partager quelques réflexions, suscitées par un
phénomène caractéristique de notre temps: l’expansion de la
communication à travers le réseau Internet. La conviction est toujours
plus répandue que, comme la révolution industrielle produisit un profond
changement dans la société à travers les nouveautés introduites dans le
cycle de production et dans la vie des travailleurs, ainsi, aujourd'hui,
la profonde transformation en acte dans le champ des communications
guide le flux de grands changements culturels et sociaux. Les nouvelles
technologies ne changent pas seulement le mode de communiquer, mais la
communication en elle-même. On peut donc affirmer qu'on assiste à une
vaste transformation culturelle. Avec un tel système de diffusion des
informations et des connaissances, naît une nouvelle façon d'apprendre
et de penser, avec de nouvelles opportunités inédites d'établir des
relations et de construire la communion.
On explore des objectifs auparavant inimaginables, qui suscitent de
l’étonnement à cause des possibilités offertes par les nouveaux moyens
et, en même temps, exigent toujours plus impérativement une sérieuse
réflexion sur le sens de la communication dans l'ère numérique. Cela est
particulièrement évident face aux potentialités extraordinaires du
réseau Internet et la complexité de ses applications. Comme tout autre
fruit de l’ingéniosité humaine, les nouvelles technologies de la
communication doivent être mises au service du bien intégral de la
personne et de l'humanité entière. Sagement employées, elles peuvent
contribuer à satisfaire le désir de sens, de vérité et d'unité qui reste
l'aspiration la plus profonde de l'être humain.
Dans le monde numérique, transmettre des informations signifie
toujours plus souvent les introduire dans un réseau social, où la
connaissance est partagée dans le contexte d'échanges personnels. La
claire distinction entre producteur et consommateur de l'information est
relativisée et la communication tendrait à être non seulement un échange
de données, mais toujours plus encore un partage. Cette dynamique a
contribué à une appréciation renouvelée de la communication, considérée
avant tout comme dialogue, échange, solidarité et création de relations
positives. D'autre part, cela se heurte à certaines limites typiques de
la communication numérique : la partialité de l'interaction, la tendance
à communiquer seulement quelques aspects de son monde intérieur, le
risque de tomber dans une sorte de construction de l'image de soi qui
peut conduire à l’auto complaisance.
Les jeunes, surtout vivent ce changement de la communication, avec
toutes les angoisses, les contradictions et la créativité propre à ceux
qui s'ouvrent avec enthousiasme et curiosité aux nouvelles expériences
de la vie. L'implication toujours majeure dans l’arène numérique
publique, celle créée par ce qu’on appelle les social network,
conduit à établir des nouvelles formes de relations interpersonnelles,
influence la perception de soi et pose donc, inévitablement, la question
non seulement de l'honnêteté de l’agir personnel, mais aussi de
l'authenticité de l’être. La présence dans ces espaces virtuels peut
être le signe d'une recherche authentique de rencontre personnelle avec
l'autre si l’on est attentif à en éviter les dangers, ceux de se
réfugier dans une sorte de monde parallèle, ou l'addiction au monde
virtuel. Dans la recherche de partage, d'« amitiés », on se trouve face
au défi d'être authentique, fidèle à soi-même, sans céder à l'illusion
de construire artificiellement son « profil » public.
Les nouvelles technologies permettent aux personnes de se rencontrer
au-delà des frontières de l'espace et des cultures, inaugurant ainsi un
tout nouveau monde d’amitiés potentielles. Ceci est une grande
opportunité, mais comporte également une attention plus grande et une
prise de conscience par rapport aux risques possibles. Qui est mon
«prochain» dans ce nouveau monde ? N’y a-t-il pas le danger d'être moins
présent à ceux que nous rencontrons dans notre vie quotidienne ordinaire
? N’y a-t-il pas le risque d'être plus distrait, parce que notre
attention est fragmentée et absorbée dans un monde «différent» de celui
dans lequel nous vivons? Avons-nous le temps d’opérer un discernement
critique sur nos choix et de nourrir des rapports humains qui soient
vraiment profonds et durables ? Il est important de se rappeler toujours
que le contact virtuel ne peut pas et ne doit pas se substituer au
contact humain direct avec les personnes à tous les niveaux de notre
vie.
Même dans l'ère numérique, chacun est placé face à la nécessité
d'être une personne sincère et réfléchie. Du reste, les dynamiques des
social network montrent qu'une personne est toujours impliquée
dans ce qu’elle communique. Lorsque les personnes s'échangent des
informations, déjà elles partagent d’elles-mêmes, leur vision du monde,
leurs espoirs, leurs idéaux. Il en résulte qu'il existe un style
chrétien de présence également dans le monde numérique : il se
concrétise dans une forme de communication honnête et ouverte,
responsable et respectueuse de l'autre. Communiquer l'Évangile à travers
les nouveaux media signifie non seulement insérer des contenus
ouvertement religieux dans les plates-formes des divers moyens, mais
aussi témoigner avec cohérence, dans son profil numérique et dans la
manière de communiquer, choix, préférences, jugements qui soient
profondément cohérents avec l'Évangile, même lorsqu'on n’en parle pas
explicitement. Du reste, même dans le monde numérique il ne peut y avoir
d’annonce d'un message sans un cohérent témoignage de la part de qui
l’annonce. Dans les nouveaux contextes et avec les nouvelles formes
d'expression, le chrétien est encore une fois appelé à offrir une
réponse à qui demande raison de l'espoir qui est en lui (cf. 1P
3,15).
L'engagement pour un témoignage de l'Évangile dans l'ère numérique
demande à tous d'être particulièrement attentif aux aspects de ce
message qui peuvent défier quelques-unes des logiques typiques du web.
Avant tout, nous devons être conscients que la vérité que nous cherchons
à partager ne tire pas sa valeur de sa «popularité» ou de la quantité
d'attention reçue. Nous devons la faire connaître dans son intégrité,
plutôt que chercher à la rendre acceptable, peut-être «en l’édulcorant».
Elle doit devenir un aliment quotidien et non pas une attraction d'un
instant. La vérité de l'Évangile n'est pas quelque chose qui puisse être
objet de consommation, ou d’une jouissance superficielle, mais un don
qui requiert une libre réponse. Même proclamée dans l'espace virtuel du
réseau, elle exige toujours de s'incarner dans le monde réel et en
relation avec les visages concrets des frères et soeurs avec qui nous
partageons la vie quotidienne. Pour cela les relations humaines directes
restent toujours fondamentales dans la transmission de la foi!
Je voudrais inviter, de toute façon, les chrétiens à s'unir avec
confiance et avec une créativité consciente et responsable dans le
réseau de relations que l'ère numérique a rendu possible. Non pas
simplement pour satisfaire le désir d'être présent, mais parce que ce
réseau est une partie intégrante de la vie humaine. Le web
contribue au développement de nouvelles et plus complexes formes de
conscience intellectuelle et spirituelle, de conviction partagée. Même
dans ce champ, nous sommes appelés à annoncer notre foi que le Christ
est Dieu, le Sauveur de l'homme et de l'histoire, Celui dans lequel
toutes choses trouvent leur accomplissement (cf. Ep. 1, 10). La
proclamation de l'Évangile demande une forme respectueuse et discrète de
communication, qui stimule le coeur et interpelle la conscience; une
forme qui rappelle le style de Jésus Ressuscité lorsqu’il se fit
compagnon sur le chemin des disciples d'Emmaüs (cf. Lc 24,13-35),
qui furent conduits graduellement à la compréhension du mystère à
travers la proximité et le dialogue avec eux, pour faire émerger avec
délicatesse ce qu’il y avait dans leur coeur.
La vérité qui est le Christ, en dernière analyse, est la réponse
pleine et authentique à ce désir humain de relation, de communion et de
sens qui émerge même dans la participation massive aux divers réseaux
sociaux - social network. Les croyants, en témoignant leurs plus
profondes convictions, offrent une précieuse contribution pour que le
web ne devienne pas un instrument qui réduise les personnes à des
catégories, qui cherche à les manipuler émotivement ou qui permette à
qui est puissant de monopoliser les opinions des autres. Au contraire,
les croyants encouragent tous à maintenir vivantes les questions
éternelles de l’homme, qui témoignent de son désir de transcendance et
de sa nostalgie pour des formes de vie authentique, digne d'être vécue.
C’est sûrement cette tension spirituelle profondément humaine qui est
derrière notre soif de vérité et de communion et qui nous pousse à
communiquer avec intégrité et honnêteté.
J'invite surtout les jeunes à faire bon usage de leur présence dans
l'arène numérique. Je leurs renouvelle mon rendez-vous à la prochaine
Journée Mondiale de la Jeunesse de Madrid dont la préparation doit
beaucoup aux avantages des nouvelles technologies. Pour les opérateurs
de la communication j’invoque de Dieu, par l’intercession de leur saint
Patron François de Sales, la capacité d'effectuer toujours leur travail
avec grande conscience et avec un sens professionnel scrupuleux.
J’adresse à tous ma Bénédiction Apostolique.
Du Vatican le 24 janvier 2011, fête de saint François de Sales.
BENEDICTUS PP. XVI
© Copyright 2011 - Libreria Editrice Vaticana
MESSAGGIO DEL SANTO PADRE BENEDETTO
XVI
PER LA XLV GIORNATA MONDIALE DELLE COMUNICAZIONI SOCIALI
Verità, annuncio e autenticità di vita nell’era
digitale
5 giugno 2011
Cari fratelli e sorelle,
in occasione della XLV Giornata Mondiale delle Comunicazioni Sociali,
desidero condividere alcune riflessioni, motivate da un fenomeno
caratteristico del nostro tempo: il diffondersi della comunicazione
attraverso la rete internet. È sempre più comune la convinzione
che, come la rivoluzione industriale produsse un profondo cambiamento
nella società attraverso le novità introdotte nel ciclo produttivo e
nella vita dei lavoratori, così oggi la profonda trasformazione in atto
nel campo delle comunicazioni guida il flusso di grandi mutamenti
culturali e sociali. Le nuove tecnologie non stanno cambiando solo il
modo di comunicare, ma la comunicazione in se stessa, per cui si può
affermare che si è di fronte ad una vasta trasformazione culturale. Con
tale modo di diffondere informazioni e conoscenze, sta nascendo un nuovo
modo di apprendere e di pensare, con inedite opportunità di stabilire
relazioni e di costruire comunione.
Si prospettano traguardi fino a qualche tempo fa impensabili, che
suscitano stupore per le possibilità offerte dai nuovi mezzi e, al tempo
stesso, impongono in modo sempre più pressante una seria riflessione sul
senso della comunicazione nell’era digitale. Ciò è particolarmente
evidente quando ci si confronta con le straordinarie potenzialità della
rete internet e con la complessità delle sue applicazioni. Come
ogni altro frutto dell’ingegno umano, le nuove tecnologie della
comunicazione chiedono di essere poste al servizio del bene integrale
della persona e dell’umanità intera. Se usate saggiamente, esse possono
contribuire a soddisfare il desiderio di senso, di verità e di unità che
rimane l’aspirazione più profonda dell’essere umano.
Nel mondo digitale, trasmettere informazioni significa sempre più
spesso immetterle in una rete sociale, dove la conoscenza viene
condivisa nell’ambito di scambi personali. La chiara distinzione tra il
produttore e il consumatore dell’informazione viene relativizzata e la
comunicazione vorrebbe essere non solo uno scambio di dati, ma sempre
più anche condivisione. Questa dinamica ha contribuito ad una rinnovata
valutazione del comunicare, considerato anzitutto come dialogo, scambio,
solidarietà e creazione di relazioni positive. D’altro canto, ciò si
scontra con alcuni limiti tipici della comunicazione digitale: la
parzialità dell’interazione, la tendenza a comunicare solo alcune parti
del proprio mondo interiore, il rischio di cadere in una sorta di
costruzione dell’immagine di sé, che può indulgere
all’autocompiacimento.
Soprattutto i giovani stanno vivendo questo cambiamento della
comunicazione, con tutte le ansie, le contraddizioni e la creatività
proprie di coloro che si aprono con entusiasmo e curiosità alle nuove
esperienze della vita. Il coinvolgimento sempre maggiore nella pubblica
arena digitale, quella creata dai cosiddetti social network,
conduce a stabilire nuove forme di relazione interpersonale, influisce
sulla percezione di sé e pone quindi, inevitabilmente, la questione non
solo della correttezza del proprio agire, ma anche dell’autenticità del
proprio essere. La presenza in questi spazi virtuali può essere il segno
di una ricerca autentica di incontro personale con l’altro se si fa
attenzione ad evitarne i pericoli, quali il rifugiarsi in una sorta di
mondo parallelo, o l’eccessiva esposizione al mondo virtuale. Nella
ricerca di condivisione, di “amicizie”, ci si trova di fronte alla sfida
dell’essere autentici, fedeli a se stessi, senza cedere all’illusione di
costruire artificialmente il proprio “profilo” pubblico.
Le nuove tecnologie permettono alle persone di incontrarsi oltre i
confini dello spazio e delle stesse culture, inaugurando così un intero
nuovo mondo di potenziali amicizie. Questa è una grande opportunità, ma
comporta anche una maggiore attenzione e una presa di coscienza rispetto
ai possibili rischi. Chi è il mio “prossimo” in questo nuovo mondo?
Esiste il pericolo di essere meno presenti verso chi incontriamo nella
nostra vita quotidiana ordinaria? Esiste il rischio di essere più
distratti, perché la nostra attenzione è frammentata e assorta in un
mondo “differente” rispetto a quello in cui viviamo? Abbiamo tempo di
riflettere criticamente sulle nostre scelte e di alimentare rapporti
umani che siano veramente profondi e duraturi? E’ importante ricordare
sempre che il contatto virtuale non può e non deve sostituire il
contatto umano diretto con le persone a tutti i livelli della nostra
vita.
Anche nell’era digitale, ciascuno è posto di fronte alla necessità di
essere persona autentica e riflessiva. Del resto, le dinamiche proprie
dei social network mostrano che una persona è sempre coinvolta in
ciò che comunica. Quando le persone si scambiano informazioni, stanno
già condividendo se stesse, la loro visione del mondo, le loro speranze,
i loro ideali. Ne consegue che esiste uno stile cristiano di presenza
anche nel mondo digitale: esso si concretizza in una forma di
comunicazione onesta ed aperta, responsabile e rispettosa dell’altro.
Comunicare il Vangelo attraverso i nuovi media significa non solo
inserire contenuti dichiaratamente religiosi sulle piattaforme dei
diversi mezzi, ma anche testimoniare con coerenza, nel proprio profilo
digitale e nel modo di comunicare, scelte, preferenze, giudizi che siano
profondamente coerenti con il Vangelo, anche quando di esso non si parla
in forma esplicita. Del resto, anche nel mondo digitale non vi può
essere annuncio di un messaggio senza una coerente testimonianza da
parte di chi annuncia. Nei nuovi contesti e con le nuove forme di
espressione, il cristiano è ancora una volta chiamato ad offrire una
risposta a chiunque domandi ragione della speranza che è in lui (cfr
1Pt 3,15).
L’impegno per una testimonianza al Vangelo nell’era digitale richiede
a tutti di essere particolarmente attenti agli aspetti di questo
messaggio che possono sfidare alcune delle logiche tipiche del web.
Anzitutto dobbiamo essere consapevoli che la verità che cerchiamo di
condividere non trae il suo valore dalla sua “popolarità” o dalla
quantità di attenzione che riceve. Dobbiamo farla conoscere nella sua
integrità, piuttosto che cercare di renderla accettabile, magari
“annacquandola”. Deve diventare alimento quotidiano e non attrazione di
un momento. La verità del Vangelo non è qualcosa che possa essere
oggetto di consumo, o di fruizione superficiale, ma è un dono che chiede
una libera risposta. Essa, pur proclamata nello spazio virtuale della
rete, esige sempre di incarnarsi nel mondo reale e in rapporto ai volti
concreti dei fratelli e delle sorelle con cui condividiamo la vita
quotidiana. Per questo rimangono sempre fondamentali le relazioni umane
dirette nella trasmissione della fede!
Vorrei invitare, comunque, i cristiani ad unirsi con fiducia e con
consapevole e responsabile creatività nella rete di rapporti che l’era
digitale ha reso possibile. Non semplicemente per soddisfare il
desiderio di essere presenti, ma perché questa rete è parte integrante
della vita umana. II web sta contribuendo allo sviluppo di nuove
e più complesse forme di coscienza intellettuale e spirituale, di
consapevolezza condivisa. Anche in questo campo siamo chiamati ad
annunciare la nostra fede che Cristo è Dio, il Salvatore dell’uomo e
della storia, Colui nel quale tutte le cose raggiungono il loro
compimento (cfr Ef 1,10). La proclamazione del Vangelo richiede
una forma rispettosa e discreta di comunicazione, che stimola il cuore e
muove la coscienza; una forma che richiama lo stile di Gesù risorto
quando si fece compagno nel cammino dei discepoli di Emmaus (cfr Lc
24,13-35), i quali furono condotti gradualmente alla comprensione del
mistero mediante il suo farsi vicino, il suo dialogare con loro, il far
emergere con delicatezza ciò che c’era nel loro cuore.
La verità che è Cristo, in ultima analisi, è la risposta piena e
autentica a quel desiderio umano di relazione, di comunione e di senso
che emerge anche nella partecipazione massiccia ai vari social
network. I credenti, testimoniando le loro più profonde convinzioni,
offrono un prezioso contributo affinché il web non diventi uno
strumento che riduce le persone a categorie, che cerca di manipolarle
emotivamente o che permette a chi è potente di monopolizzare le opinioni
altrui. Al contrario, i credenti incoraggiano tutti a mantenere vive le
eterne domande dell'uomo, che testimoniano il suo desiderio di
trascendenza e la nostalgia per forme di vita autentica, degna di essere
vissuta. È proprio questa tensione spirituale propriamente umana che sta
dietro la nostra sete di verità e di comunione e che ci spinge a
comunicare con integrità e onestà.
Invito soprattutto i giovani a fare buon uso della loro presenza
nell’arena digitale. Rinnovo loro il mio appuntamento alla prossima
Giornata Mondiale della Gioventù di Madrid, la cui preparazione deve
molto ai vantaggi delle nuove tecnologie. Per gli operatori della
comunicazione invoco da Dio, per intercessione del Patrono san Francesco
di Sales, la capacità di svolgere sempre il loro lavoro con grande
coscienza e con scrupolosa professionalità, mentre a tutti invio la mia
Apostolica Benedizione.
Dal Vaticano, 24 gennaio 2011, Festa di san Francesco di Sales
BENEDICTUS PP. XVI
© Copyright 2011 - Libreria Editrice Vaticana
MENSAGEM DO PAPA BENTO XVI
PARA O 45º DIA MUNDIAL DAS COMUNICAÇÕES SOCIAIS
Verdade, anúncio e autenticidade de vida, na era
digital
5 de Junho de 2011
Queridos irmãos e irmãs!
Por ocasião do XLV Dia Mundial das Comunicações Sociais, desejo
partilhar algumas reflexões, motivadas por um fenómeno característico do
nosso tempo: a difusão da comunicação através da rede internet.
Vai-se tornando cada vez mais comum a convicção de que, tal como a
revolução industrial produziu uma mudança profunda na sociedade através
das novidades inseridas no ciclo de produção e na vida dos
trabalhadores, também hoje a profunda transformação operada no campo das
comunicações guia o fluxo de grandes mudanças culturais e sociais. As
novas tecnologias estão a mudar não só o modo de comunicar, mas a
própria comunicação em si mesma, podendo-se afirmar que estamos perante
uma ampla transformação cultural. Com este modo de difundir informações
e conhecimentos, está a nascer uma nova maneira de aprender e pensar,
com oportunidades inéditas de estabelecer relações e de construir
comunhão.
Aparecem em perspectiva metas até há pouco tempo impensáveis, que nos
deixam maravilhados com as possibilidades oferecidas pelos novos meios
e, ao mesmo tempo, impõem de modo cada vez mais premente uma reflexão
séria acerca do sentido da comunicação na era digital. Isto é
particularmente evidente quando nos confrontamos com as extraordinárias
potencialidades da rede internet e a complexidade das suas
aplicações. Como qualquer outro fruto do engenho humano, as novas
tecnologias da comunicação pedem para ser postas ao serviço do bem
integral da pessoa e da humanidade inteira. Usadas sabiamente, podem
contribuir para satisfazer o desejo de sentido, verdade e unidade que
permanece a aspiração mais profunda do ser humano.
No mundo digital, transmitir informações significa com frequência
sempre maior inseri-las numa rede social, onde o conhecimento é
partilhado no âmbito de intercâmbios pessoais. A distinção clara entre o
produtor e o consumidor da informação aparece relativizada, pretendendo
a comunicação ser não só uma troca de dados, mas também e cada vez mais
uma partilha. Esta dinâmica contribuiu para uma renovada avaliação da
comunicação, considerada primariamente como diálogo, intercâmbio,
solidariedade e criação de relações positivas. Por outro lado, isto
colide com alguns limites típicos da comunicação digital: a parcialidade
da interacção, a tendência a comunicar só algumas partes do próprio
mundo interior, o risco de cair numa espécie de construção da
auto-imagem que pode favorecer o narcisismo.
Sobretudo os jovens estão a viver esta mudança da comunicação, com
todas as ansiedades, as contradições e a criatividade própria de quantos
se abrem com entusiasmo e curiosidade às novas experiências da vida. O
envolvimento cada vez maior no público areópago digital dos chamados
social network, leva a estabelecer novas formas de relação
interpessoal, influi sobre a percepção de si próprio e por conseguinte,
inevitavelmente, coloca a questão não só da justeza do próprio agir, mas
também da autenticidade do próprio ser. A presença nestes espaços
virtuais pode ser o sinal de uma busca autêntica de encontro pessoal com
o outro, se se estiver atento para evitar os seus perigos, como
refugiar-se numa espécie de mundo paralelo ou expor-se excessivamente ao
mundo virtual. Na busca de partilha, de «amizades», confrontamo-nos com
o desafio de ser autênticos, fiéis a si mesmos, sem ceder à ilusão de
construir artificialmente o próprio «perfil» público.
As novas tecnologias permitem que as pessoas se encontrem para além
dos confins do espaço e das próprias culturas, inaugurando deste modo
todo um novo mundo de potenciais amizades. Esta é uma grande
oportunidade, mas exige também uma maior atenção e uma tomada de
consciência quanto aos possíveis riscos. Quem é o meu «próximo» neste
novo mundo? Existe o perigo de estar menos presente a quantos
encontramos na nossa vida diária? Existe o risco de estarmos mais
distraídos, porque a nossa atenção é fragmentada e absorvida por um
mundo «diferente» daquele onde vivemos? Temos tempo para reflectir
criticamente sobre as nossas opções e alimentar relações humanas que
sejam verdadeiramente profundas e duradouras? É importante nunca
esquecer que o contacto virtual não pode nem deve substituir o contacto
humano directo com as pessoas, em todos os níveis da nossa vida.
Também na era digital, cada um vê-se confrontado com a necessidade de
ser pessoa autêntica e reflexiva. Aliás, as dinâmicas próprias dos
social network mostram que uma pessoa acaba sempre envolvida naquilo
que comunica. Quando as pessoas trocam informações, estão já a
partilhar-se a si mesmas, a sua visão do mundo, as suas esperanças, os
seus ideais. Segue-se daqui que existe um estilo cristão de presença
também no mundo digital: traduz-se numa forma de comunicação honesta e
aberta, responsável e respeitadora do outro. Comunicar o Evangelho
através dos novos midia significa não só inserir conteúdos
declaradamente religiosos nas plataformas dos diversos meios, mas também
testemunhar com coerência, no próprio perfil digital e no modo de
comunicar, escolhas, preferências, juízos que sejam profundamente
coerentes com o Evangelho, mesmo quando não se fala explicitamente dele.
Aliás, também no mundo digital, não pode haver anúncio de uma mensagem
sem um testemunho coerente por parte de quem anuncia. Nos novos
contextos e com as novas formas de expressão, o cristão é chamado de
novo a dar resposta a todo aquele que lhe perguntar a razão da esperança
que está nele (cf. 1 Pd 3, 15).
O compromisso por um testemunho do Evangelho na era digital exige que
todos estejam particularmente atentos aos aspectos desta mensagem que
possam desafiar algumas das lógicas típicas da web. Antes de
tudo, devemos estar cientes de que a verdade que procuramos partilhar
não extrai o seu valor da sua «popularidade» ou da quantidade de atenção
que lhe é dada. Devemos esforçar-nos mais em dá-la conhecer na sua
integridade do que em torná-la aceitável, talvez «mitigando-a». Deve
tornar-se alimento quotidiano e não atracção de um momento. A verdade do
Evangelho não é algo que possa ser objecto de consumo ou de fruição
superficial, mas dom que requer uma resposta livre. Mesmo se proclamada
no espaço virtual da rede, aquela sempre exige ser encarnada no mundo
real e dirigida aos rostos concretos dos irmãos e irmãs com quem
partilhamos a vida diária. Por isso permanecem fundamentais as relações
humanas directas na transmissão da fé!
Em todo o caso, quero convidar os cristãos a unirem-se confiadamente
e com criatividade consciente e responsável na rede de relações que a
era digital tornou possível; e não simplesmente para satisfazer o desejo
de estar presente, mas porque esta rede tornou-se parte integrante da
vida humana. A web está a contribuir para o desenvolvimento de
formas novas e mais complexas de consciência intelectual e espiritual,
de certeza compartilhada. Somos chamados a anunciar, neste campo também,
a nossa fé: que Cristo é Deus, o Salvador do homem e da história, Aquele
em quem todas as coisas alcançam a sua perfeição (cf. Ef 1, 10).
A proclamação do Evangelho requer uma forma respeitosa e discreta de
comunicação, que estimula o coração e move a consciência; uma forma que
recorda o estilo de Jesus ressuscitado quando Se fez companheiro no
caminho dos discípulos de Emaús (cf. Lc 24, 13-35), que foram
gradualmente conduzidos à compreensão do mistério mediante a sua
companhia, o diálogo com eles, o fazer vir ao de cima com delicadeza o
que havia no coração deles.
Em última análise, a verdade que é Cristo constitui a resposta plena
e autêntica àquele desejo humano de relação, comunhão e sentido que
sobressai inclusivamente na participação maciça nos vários social
network. Os crentes, testemunhando as suas convicções mais
profundas, prestam uma preciosa contribuição para que a web não
se torne um instrumento que reduza as pessoas a categorias, que procure
manipulá-las emotivamente ou que permita aos poderosos monopolizar a
opinião alheia. Pelo contrário, os crentes encorajam todos a manterem
vivas as eternas questões do homem, que testemunham o seu desejo de
transcendência e o anseio por formas de vida autêntica, digna de ser
vivida. Precisamente esta tensão espiritual própria do ser humano é que
está por detrás da nossa sede de verdade e comunhão e nos estimula a
comunicar com integridade e honestidade.
Convido sobretudo os jovens a fazerem bom uso da sua presença no
areópago digital. Renovo-lhes o convite para o encontro comigo na
próxima
Jornada Mundial da Juventude em Madrid, cuja preparação muito deve
às vantagens das novas tecnologias. Para os agentes da comunicação,
invoco de Deus, por intercessão do Patrono São Francisco de Sales, a
capacidade de sempre desempenharem o seu trabalho com grande consciência
e escrupulosa profissionalidade, enquanto a todos envio a minha Bênção
Apostólica.
Vaticano, Festa de São Francisco de Sales, 24 de Janeiro de 2011.
BENEDICTUS PP. XVI
© Copyright 2011 - Libreria Editrice Vaticana

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